01.03.2008

Landesmeisterschaft S-Latein Baden Württemberg

Ein Bericht von Holger Nitsche

 

Der TSC Waiblingen hatte ein weiteres Male in seiner Tanzgeschichte zum Wettkampf der besten württembergischen Paare der höchsten Latein Klasse geladen und es war schön zu sehen, dass die Teilnehmerzahl im Vergleich zu Vorjahren deutlich gestiegen war. Mit 25 Paaren begann das Turnier pünktlich unter der Leitung von Jürgen Riefler und der musikalischen Begleitung der Moskitos. Die Anwesenheit der doppelstartenden Jungendpaare bereicherte das Feld sehr positiv und wertete die Meisterschaft nicht nur in Quantität, sondern vor allem in der Qualität sehr auf.

 

Ergebnis:

 

1.) Jesper Birkehoj/Anna Kravchenko ( TSC Astoria Karlsruhe )

2.) Denis Weinberg/Anastasia Eremina ( Schwarz-Weiß-Club Pforzheim )

3.) Marius Andrei Balan/Irina Rausch ( TSC Astoria Karlsruhe )

4.) Pavel Zvychayny/Jacqueline Cavusoglu ( TSC Höfingen )

5.) Simon Völbel/Ines Reiberg ( TSC Astoria Karlsruhe )

6.) Nikita Bazev/Marta Arndt ( Schwarz-Weiß-Club Pforzheim )

 

 

Paarkritik:

 

-Jesper Birkehoj und Anna Kravchenko (Karlsruhe) :

Souverän und absolut unangefochten holten sich die Deutschen Meister Jesper und Anna einen weiteren Landesmeister Titel in dieser Klasse. Nachdem sich Timo Kulczak und Motshegetsi Mabuse verletzungsbedingt vom Turnier frühzeitig verabschieden mussten war der Weg vollkommen frei für Jesper und Anna. Mit neuem tänzerischen Look, choreographisch präzisen Elementen und bestechender Paarharmonie hoben sich die beiden deutlich vom Verfolgerfeld ab. Sie waren die einzigen, die es verstanden die Unterschiede der einzelnen Tanz-Charaktere sichtbar zu machen. Jesper und Anna waren an diesem Abend mit Abstand eine Klasse für sich. Glückwunsch!!!

 

-Den zweiten Platz ertanzten sich die Neukonstellation aus Pforzheim Denis Weinberg und Anastasia Eremina. Dieser Platz war nicht unverdient, obwohl noch viele Abstimmungsfehler zu erkennen waren. Dennis überzeugte durch seine extreme Selbstsicherheit und Flächenpräsenz, welche den beiden einen großen Vorteil gegenüber den aufstrebenden Jugendpaaren gab. Mir persönlich wäre ein wenig mehr Detailarbeit wichtig, anstatt den Focus nur nach außen zu legen. Sie sollten ihre Basis verkleinern und binnenkörperlich fundierter arbeiten. Somit könnten sie mehr Struktur und Paartiming in ihr Tanzen bringen. Dennoch im Ganzen ein verdienter zweiter Platz und sicherlich eine physisch, wie optisch positive neue Paarkombination.

 

-Auf dem dritten Platz landeten, die an diesem Abend euphorisch tanzenden Marius Andrei Balan und Irina Rausch aus Karlsruhe. Von der ersten Runde an machten die beiden klar, welche Ambitionen sie an diesem Abend hatten und sie wurden für ihre Anstrengungen gerecht belohnt. Ansprechende Optik gekürt mit eindrucksvoller Dynamik und Rhythmik ließ keinen Zweifel aufkommen, dass Baden Württemberg ein weiteres tolles Nachwuchspaar im Rennen hat. Schnelle Körperaktionen und eine hohe Lebendigkeit der beiden war ein Beweis dafür, dass auch großgewachsene Tänzer sehr gut Latein tanzen können. Kompliment an Euch beide…Weiter so!!!

 

-Ein weiterer großer Hoffnungsträger landete mit Pavel Zvychayny und Jaqueline Cavusoglu vom TSC Höfingen auf Platz vier. Die beiden mussten an diesem Abend enttäuscht sein, denn nicht nur sie hatten mit höheren Ehren gerechnet. Jedoch war einfach nicht mehr drin. Sie fanden sehr spät ins Turnier und konnten am Ende gegen den Angriff von Marius und Irina nichts ausrichten. Die beiden haben alles was man braucht, um einmal ganz nach vorne zu kommen. Pavel besticht durch geschmeidig, öliges Tanzen und ist für mich einer der größten Jungen Talente in Deutschland. Jaqueline hat sich technisch sehr verbessert und bietet Pavel mittlerweile ein ebenbürtiges Pendant. Diesmal hatte es nur zum Vierten gereicht, jedoch kann das bald schon wieder anders aussehen. Auf geht`s!!!

 

-Auf Platz fünf landete ein weiteres Paar aus Karlsruhe Simon Völbel und Ines Reiberg. Ich freue mich ganz besonders für die Finalteilnahme dieser beiden sehr sympathischen Tänzer. Sie haben sich beide über das letzte Jahr stark technisch und tänzerisch verbessert und waren somit für mich klare Finalisten. Ines war an diesem Abend einer der filigransten Damen auf dem Parkett und Simon imponierte durch stark verbesserte Posture. Die Tänze haben zurzeit noch nicht alle das gleiche Niveau und sollten in ihrer Präsentation noch ausgewogener sein. Manchmal wirkt es noch ein bisschen zu verkrampft, jedoch mit deutlich aufsteigender Tendenz.

 

-Ein weiteres Paar qualifizierte sich für mich hoch verdient für das Finale. Es waren dies Nikita Bazev und Marta Arndt vom SWC Pforzheim. Anfangs hatte ich dieses Paar deutlich weiter vorne gesehen, jedoch im Verlaufe des Turniers (vor allem der Endrunde) war der sechste Platz zu vertreten. Ein außergewöhnlicher Junge mit viel Erfahrung auf der Fläche und gut koordiniertem Bewegungspotential. Leider konnte Marta mit diesen hohen Vorgaben nicht mithalten. Somit wirkte das Paar sehr unausgeglichen und in sich unharmonisch. Sollten die beiden dieses Defizit schnell in den Griff bekommen könnten sie für alle anderen sehr gefährlich werden.

 

 

Wertungsgericht:

- Margerete Ball ( TSC Teningen )

- Wieland Geisenhainer ( SWC Pforzheim )

- Ingo Körber ( RGC Nürnberg )

- Heinz Pernat ( TSA Saltatio Neustadt )

- Rolf Pfaff ( Tanzfreunde Fulda )

- Meike Robinson ( TC Konstanz )

- Sigrid Simon ( TSC Kurpfalz Brühl )

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