
27.09.2008
Bayerische Landesmeisterschaft S-Standard
Ein Bericht von Herbert Stuber
1975 - 1978 Bayerische Meister der Hauptgruppe S - Standard
1975 - 1978 Finalisten der Deutschen Meisterschaften Hauptklasse S -
Standard ( Finalplätze 5, 3, 3, 4 )
1977 Bronzemedaille bei der Westeuropameisterschaft Standard
1979 Übertritt zu den Professionals
1980 - 1984 Finalisten der Deutschen Meisterschaften der Professionals Standard
1984 Ranglisten - Dritte der Professionals - Standard
1985 Abschied vom aktiven Turniertanz
Lizenzen: Tanzsporttrainer ADTV
DTV Trainer - A
DTV Wertungsrichter S ( Standard u. Latein )
Am 27.09.2008 richtete der TSC Unterschleißheim für den LTV Bayern die Bayerische Meisterschaft der Hauptgruppe S-Standard aus. Eine gute Wahl; sorgte doch das bekannt begeisterungsfähige Publikum im Bürgerhaus Unterschleißheim auch bei dieser Ballveranstaltung für den würdigen Rahmen und eine tolle Stimmung, die die für bayerische Verhältnisse stattliche Anzahl von 22 Paaren von der Vorrunde an beflügelte.
Wie immer im „Sammelbecken S-Klasse“ waren die Leistungsunterschiede beträchtlich und die sieben Wertungsrichter aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern reduzierten das Feld sofort auf ein Semifinale von 12 Paaren.
Generell ist bei der gegenwärtigen Entwicklung des Standardtanzens zu beobachten, dass im Streben nach Energie und Außenwirkung unabdingbare tänzerische Grundwerte bereitwillig vernachlässigt und umgangen werden; bei erstaunlich vielen Paaren erscheint das Tanzen ohne jeglichen Gewichtsverbund nicht mehr als gefürchteter Unfall sondern als Konzept.
In der 7-paarigen Endrunde (für die die offiziell angegebene Flächengröße von 17x10 m nicht ausreichte) tanzten Meister und Vizemeister in einer eigenen Liga, während jedes der restlichen fünf Paare sich mit Wertungen von 3 bis 7 konfrontiert sah.
1. Dragan Meshkov / Julia Belch (TSC Rot-Gold Casino Nürnberg)
Ein gelungenes Beispiel dafür, wie relativ schnell sich aus entsprechend individuell vorgebildeten Einzeltänzern ein harmonisch agierendes Paar formen lässt. Der Vorjahresmeister gewann mit seiner neuen Partnerin alle fünf Tänze, wobei das Ergebnis klarer aussieht als der tatsächliche Leistungsvergleich. Das Paar bot ein in jeder Phase kompaktes, balanciertes und musikalisch einfühlsames Tanzen, das in den langsamen Tänzen gelegentlich etwas gleichförmig und eindimensional wirken konnte. Einem Paar, das so kontrolliert tanzen kann, stünde etwas mehr Rücksichtnahme gegenüber den Konkurrenten auf der Fläche gut zu Gesicht.
2. Maksim Tschernin / Carolin Hirschberger (TSC Savoy München)
Im Vergleich zu den Siegern besticht dieses Paar bei gleicher Bewegungsqualität durch Eleganz und risikofreudigere, freie Shapes in den Schwungtänzen, in denen das Ergebnis auch jeweils äußerst knapp ausfiel. Der LTV Bayern kann sich glücklich schätzen, für künftige nationale und internationale Aufgaben zwei gleichwertige Paare solchen Kalibers zur Verfügung zu haben.
3. Tim Bonkowski / Stephanie Elkeles (TSG Fürth)
Von den restlichen Finalisten das Paar, das sich seit dem Vorjahr vielleicht am meisten entwickelt hat. Die überaggressive Grundhaltung des Herrn ist jetzt wesentlich besser kanalisiert; auf diesem richtigen Weg lässt sich dann sicher die Charakteristik der einzelnen Tänze noch besser herausarbeiten.
4. Maxim Kube / Victoria Fischer (TSC Rot-Weiß-Casino Dingolfing)
Dieses Paar bemüht sich sehr um eine gemeinsame Gewichtsbewegung, muß aber dringend in sein Konzept mit einbauen, dass die Grundlage der Gewichtsbewegung das Loslassen des Gewichtes durch die beteiligten Gelenke ist. Die rein muskuläre Aktion wurde im Laufe der Runden immer gebremster und zäher, bis die Bewegung im Wiener Walzer des Finales fast erstarb.
5. Torben Fedder / Simone Mitlehner (TSC dancepoint Königsbrunn)
Das Paar hat eine hohe Parkettpräsenz und viel Ausstrahlung, neigt aber etwas zu sehr zum Posieren. Für eine echte Autorität auf der Fläche fehlt die Paargeschlossenheit.
6. Udo Rosenkranz / Corinna Bülow (TTC München)
Einsatz- und Tanzfreude können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der ständige Verlust des Paarzentrums und Körperkontaktes in dieser Klasse nicht akzeptabel ist.
7. Victor Fischer / Alexandra Rehn (Gelb-Schwarz-Casino München)
Ein Paar, das sehr um Geschlossenheit bemüht ist und eigentlich „nichts falsch macht“. Insgesamt fehlt aber der Einsatz des Gewichtes und die in dieser Umgebung notwendige sichtbare Überzeugung am eigenen Tun.
Wertungsrichter:
Monika Gräf, TGC Rot-Weiß Porz TNW
Horst Krämer, TSA des TSV 1860 Ansbach LTVB
Manfred Orth, TSC Pocking LTVB
Anita Pocz, TSZ Calw TBW
Klaus Richterich, TSA des Kirchheimer Sport-Club LTVB
Peter Schramm, TSC Schwarz-Gold Casino Schwindegg LTVB
Dr. Clemens Schudock, TSA d. TuS Griesheim 1899 HTV

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