Saxonian Ten Dance Cup in Chemnitz, vom 28.06.2008

Paarkritik von Marcus Weiß (Europameister Professional Kür Standard),
Turnierbericht von Heike Herzberg im Anschluß

 

Die weltbesten 10 Kämpfer trafen sich zum zweiten Mal zum Ten Dance Cup um sich im international Feld in Chemnitz  zu messen.
18 Paare aus 14 Nationen ist eine gute Bilanz und die Leistung dieser Paare war wahrlich meisterlich, genau so wie die Organisation dieser Veranstaltung.
Das Flächenproblem der ersten Veranstaltung wurde gemeistert , die Lichteffekte ein Traum und die Musik für jeden Tänzer inspirierend.
So wurde dem Publikum eine hervorragende Leistung dargeboten.

Platz 1 - Kies / Ribas-Turon

Der Weltmeister bleibt ungeschlagen und das zurecht.
Dieses Paar hat das beste Partnering und die Verbesserung in beiden Deziplien ist in jeder Sekunde sichtbar.
Gerade im Standard sind beide Rücken weicher geworden und das Zusammenspiel beider Körper erkennbar.
Wenn Christoph noch mehr mit  Bodyrise arbeiten könnte um die Charakteristik der Tänze zu unterstützen und seine
Arme freier hält könnte Blanca noch flexibler werden.
Ihre Leistung im Latein ist enorm verbessert.
Extreme Wechsel in den Geschwindigkeiten, hohe Paarharmonie so wie die stärkste Präsenz in diesem Feld machte es den
Wertungsrichtern leicht Sie in allen Tänzen auf den ersten Platz zu werten.


Platz 2 - Laszlo - Mikes


Dieses Paar hat seine Stärken im Standardsektor aber was für welche.
Tolle weiche, ruhige und musikalische natürliche  Bewegungen .
Das sympatische Paar hatte die beste Floorcraft und nicht nur für mich, die beste Standard Dame dieses Abends .
Leider konnten Sie ihre Leistung in Latein  aus dem Semifinale nicht wiederholen.
Der Rücken wurde fest und die Arme sehr unkontrolliert  so wie die Wechsel der Dynamiken fiel Ihnen schwer.
Trotzdem klarer Zweiter und das zurecht.


Platz 3- Vodicar - Bychkova

Dieses Paar hat sichtbar seine Stärken in Latein ....!
Die gut austrainierte Nadiya überzeugte durch schnelle aber weiche Bewegungen. Hohe Paarharmonie und interessante Choreographien
machten dieses Paar zum Eyecatcher und brachten es für mich klar in allen Tänzen auf Zwei.
In der Standardsektion war es dann zu isoliert und die Körper wollten nicht harmonieren. Um weiter nach vorne zu kommen muß in den
Standardtänzen weiter gearbeitet werden.


Platz 4 Kashkovskyy - Matus

ein interessantes Paar das mit hohem Bewegungsmut in den Standardtänzen dominiert , leider auf Kosten der Balance und Paarharmonie.
In Latein sehr charismatisch mit guten binnenkörperlichen Bewegungen und starken Geschwindigkeitswechseln .
Ihre Leistung in Latein liegt nah an der des Erstplatzierten .


Platz 5 Kazyra-Veslova

Das Paar hat lange Kontaktpunkte im Standard und eine sehr positive harmonische Bewegung .
Leider waren die Schwünge etwas zu kurz und die Körperbewegungen nicht lebhaft genug im Vergleich zu den anderen Paaren.
Im Latein  wirkten beide im Finale etwas müde  und konnte nicht an Ihre gute Leistung aus dem Semifinale anknüpfen.

Platz 6 Dvorak-Silhanova

Die Pechvögel dieses Abends.
Sie mußten das Turnier  wegen Übelkeit leider schon nach dem Tango aufgeben.
Da die beiden gute Allrounder sind wäre das Ergebnis sonst mit einem Platz im Mittelfeld ausgegangen.

 

7. Anton Skuratov / Alena Uehlin               -Deutschland
9. Michal Stukan / Susanne Miscenko         -Deutschland

 Marcus Weiß

 

 

Der Turnierbericht von Heike Herzberg

 

SAXONIAN TEN DANCE CUP, das zweite Turnier der Dreierserie

In der Chemnitzer Richard-Hartmann-Halle trafen sich 15 Paare aus dem In-und Ausland, um sich dem Vergleich in der Königsdisziplin zu stellen. 30 Tänze mussten absolviert werden, damit am Ende die Sieger, Christoph Kies und Blanca Ribas Turon, den Siegerpokal vom 2. Turniertag mit nach Hause nehmen konnten. Ein echt enges Kopf an Kopf – Rennen gab es zwischen den Ungarn Csaba Laszlo/Anna Mikes und den Slowenen Miha Vodicar/Nadiya Bychkova, beide mit Platzziffer 30. Letztlich konnten sich durch Skatingverfahren die Ungarn vor dem slowenischen Paar platzieren. Yevgen Kashkovskyy/Ana Matus freuten sich über ihren 4. Platz, belegten sie vor vier Wochen in Dresden noch einen sechsten. Verletzungsbedingt mussten die aus Tschechien stammenden Martin Dvorak und Zuzanna Silhanova nach dem Wiener Walzer ausscheiden und sich mit dem sechsten Platz begnügen, sodass es dadurch Artsiom Kazyra/Anastasija Veslova gelang, für sich den fünften Platz in Anspruch zu nehmen. Die im Finale gezeigten Solotänze, der Slowfox und der Paso doble, waren vom Allerfeinsten und ließen die Zuschauer zu lang anhaltendem Beifall hinreißen. Nicht zuletzt war es wieder einmal Markus Arendt als Turnierleiter, mit seinem unvergleichlichen Entertainment gelungen, auch den letzten Zuschauer aus der Reserve und somit von seinem Sitzplatz zu locken. Unterhaltsam wie immer: „Licht aus, Musik an“ …gab er das Parkett zum Paso frei, zählte an und animierte zum „Hu“. Beiliegendes Foto dient als lebender Beweis. „Man muss mutig sein, das Publikum öffnen“, das hat er wieder einmal geschafft. Wohl auch mit seinem Exkurs in die Geschichte der Entstehung des Namens der Stadt. Karl-Marx-Stadt kennt jeder, aber im 12. Jahrhundert hieß Chemnitz Steinbach, einfach aus dem Sorbischen übersetzt.

Die für Deutschland an den Start gegangenen Paare verbuchten für sich einen 7. Platz: Anton Skuratov/Alena Uehlin, einen 9.  für Michal Stukan/Susanne Miscenko und die Dresdner Erik Heyden und Julia Luckow einen 14. Platz. Allen 15 Paaren kann hiermit bestätigt werden, hochkarätiges Tanzen präsentiert zu haben. Nach dem Finale zollte das Publikum den Tänzern mit stehenden Ovationen Respekt vor den dargebotenen Leistungen. Um mit den Worten von Markus Arendt zu sprechen: „Was wir hier sehen konnten, war ganz ganz großes Kino“.

Für so manchen Hin-und-Wieder-Tanzzuschauer gab es die Erkenntnis, dass es sich hier in der Tat um Leistungssport handelt. Echte Fans, die bereits in Dresden beim Auftaktturnier in der Messe waren, vermissten die Videowand, freuen sich jedoch schon heute auf das Abschlussturnier in Zwickau. Der zeitliche Ablaufplan stimmte exakt, sah wieder Publikumstanz mit Musik vom Dresdner Salonorchester und ein Showprogramm vor, in welchem die Deutschen Meister im Rollstuhltanz Horst und Almira, übrigens aus Chemnitz stammend, eine „Gänsehaut“-Rumba dem Publikum bescherten.

Mit der deutschen Nationalhymne bei der Siegerehrung, die gleichzeitig auf das Wunschergebnis im bevorstehenden Fußballfinale in 24 Stunden, mit entsprechendem Vorgeschmack, dezent hinweisen sollte (so der Turnierleiter), wurde das Ende eines erlebnisreichen Tages eingeleitet. Denn als Siegertanz und gleichzeitig letzten Tanz unserer Leistungssportler des Abends sahen wir von Christoph und Blanca eine zauberhafte, äußerst ausdrucksstarke Rumba. Die Zweitplatzierten wurden von Christoph und Blanca zum Mittanzen gebeten und unter tosendem Beifall schlossen sich die übrigen Finalisten dieser Aufforderung an. Interessante Paarkonstellationen eröffneten sich dem schmunzelnden Publikum. Bewegende Worte von Blanca zum Abschluss des Turniers rundeten den gelungenen Abend ab. So ergab sich auch ein Wortspiel über Christoph, in dem sie sagte: Klein aber mein oder fein?

In einem Interview gegenüber der Freien Presse (Chemnitzer Tageszeitung) äußerte das Dresdner Siegerpaar, dass ihre Konkurrenz am heutigen Tage die Slowenen und Ungarn waren, übrigens auch WM-Finalisten. Wie wir dem Endergebnis entnehmen können, war auch diese Einschätzung korrekt. Über das Endergebnis zum bevorstehenden Fußball-Finale wollten sich Christoph und Blanca lieber nicht äußern. Vorsichtshalber hatten sie sowohl die spanischen als auch die deutschen Flaggen im Gepäck. Jetzt geht es für die Beiden erst einmal ab in den Urlaub. Wohin? Ist doch klar:  nach Spanien!

Dem TK Orchidee Chemnitz mit seinen derzeit 85 Mitgliedern, die vor zwei Jahren ihr 40-jähriges Jubiläum feiern konnten, ist es gemeinsam mit den Mitstreitern der omotio! Eventagentur GmbH gelungen, diesen Turniertag zu gestalten, vielen Dank!

Der Präsident unseres Landestanzsportverbandes, Dietrich Rupp, unser Landestrainer Standard (übrigens schon seit 1995), Asis Khadjeh-Nouri, gleichzeitig Sportdirektor des STDC und der Geschäftsführer der omotio! Eventagentur, Sven Glaser, haben ganz konkrete Vorstellungen für das kommende Jahr und dem Fortgang dieser Turnierserie. Denn auf die Frage, ob es schon eine internationale Rangliste über 10 Tänze gibt, musste sich die „Freie Presse“ mit einem „Nein, diese soll 2009 beginnen“, begnügen. Carlos Freitag, IDSF-Präsident, fungierte erneut als Chairman  und wird uns in Zwickau wieder zur Verfügung stehen.

Wir dürfen gespannt sein, auf das Abschlussturnier am 8. November in Zwickau, bei welchem nach 90 Tänzen der Endsieger des SAXONIAN TEN DANCE CUP gekürt wird.

Heike Herzberg

Die Wertungsrichter:
Jeftic Nenad – Serbien
Hannes Pauritsch – Österreich
Tony Hunnisett – England
Svetlana Gozun – Moldawien
Sergey Dorogovtsev – Ukraine
Miroslav Hornik – Slowakei
Josef Zelenka – Tschechien
Jürgen Schimmel – Deutschland
Henner Thurau - Deutschland

 

 

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