Deutsche Meisterschaft Kombination 2007 in Oldenburg
ein Bericht von
Asis Khadjeh-Nouri
und Bildern von www.sports-picture.net
Insgesamt kann man dem gesamten Feld eine erhebliche Qualität bescheinigen. Deutschland stellt nicht nur augenblicklich den Weltmeister in der Kombination, sondern wir haben bis ins Semifinale hinein ein sehr starkes Feld, das überwiegend durch Ausgewogenheit über alle Tänze positiv auffällt. Kaum Paare, die sich mit einer starken Disziplin `durchschummeln` wollen, sondern qualitätsbewusste Tänzer, die das Feld der Kombinationsdisziplin erfreulich im Niveau anheben.
1.Christoph Kies/Blanca Ribas Turon
Unsere Kombinationsweltmeister zeigten eine in allen Belangen überlegene Darbietung. In Standard haben die beiden internationale Klasse erreicht, was die internationalen Erfolge der letzten Zeit mehr als deutlich aussagen und in der Lateindisziplin stabilisieren und erneuern sie sich fast pausenlos. Wenn man den beiden zusieht, weiß man wirklich nicht, welche Disziplin die Stärkere ist, da Christoph&Blanca die Charaktere aller zehn Tänze auf höchstem Niveau verkörpern und darstellen. Glückwunsch an die Beiden und jede Menge Energie und Motivation und die nötige Gelassenheit für die anstehenden Titelverteidigungen!
2.Michal Stukan/Susanne Miscenko
Die neuen deutschen Vizemeister zeigten, dass ein Kombinationserfolg nur dann möglich ist, wenn man in beiden Sektionen stark ist. Die Ziele und der enorme Druck es auch zu erreichen lastete schwer auf Michal&Susi. Die Lateinstärke ist seit dem Semifinalplatz auf der DM Latein bekannt, aber dass die Beiden Standard auf hohem Niveau tanzen würden, war nicht unbedingt zu erwarten. Mit einem sicheren dritten Platz, sogar mit einigen zweiten Plätzen, beeindruckten sie nicht nur die Zuschauer, sondern wohl auch das Wertungsgericht. Insgesamt können unsere deutschen Vizemeister jetzt viel freier die nächsten Aufgaben in Angriff nehmen und die heißen:Welt- und Europacup!



3.Valentin Lusin/Renata Busheeva
Sicherlich ein enttäuschender Abend für Valentin&Renata, die den zweiten Platz verloren haben. Das Problem liegt einfach in der zu schwachen Fußkraft und Körperstabilität, die dann besonders in der Lateindisziplin die Beiden sehr steif aussehen lässt. Nur wenn da nachgearbeitet wird, kann man die nachfolgenden Paare in Zukunft abwehren.



4.Anton Skuratov/Alena Uehlin-Baranenkava
Die Newcomer: eine sehr interessante Kombination, die für die Zukunft einiges verspricht. Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit waren noch zu viele Mängel im Paartanzen zu beobachten, jedoch war über das ganze Turnier Begeisterung und Leidenschaft zu spüren, die diesen Erfolg möglich machte. Wenn in beiden Disziplinen ein Qualitätszuwachs erzielt wird, sind die Beiden nur schwer zu bremsen.



5.Steffen Zoglauer/Sandra Koperski
Ein sicherlich weiteres enttäuschtes Paar an diesem Abend. Leider fielen Steffen&Sandra bei Ihrer Paradedisziplin Standard beim Wertungsgericht insgesamt durch. Auf der einen Seite haben die Beiden einen sehr freien Bewegungsablauf und haben ein erfrischendes Engagement, was sie sehr sympathisch macht, auf der anderen Seite erfüllen sie zu viele Kriterien nicht, die Ihnen höhere Plätze ermöglichen würden. Das Haltungsbild, die Rumpfpositionen, das `Standing` zueinander stimmt an zu vielen Stellen nicht. Seltsamerweise sieht Sandra im Lateinbereich schneller und leichter aus, als im Standard. Trotzdem glaube ich, dass ein großes 10-Tänze-Potenzial vorhanden ist, dass noch etwas reifen muss.



6.Evgeny Vinokurov/Christina Luft
Evgeny&Christina waren sicherlich froh berechtigten Sprung ins Finale geschafft zu haben, standen doch mindestens drei Paare in Lauerstellung dahinter, die sich auch berechtigte Hoffnungen machen konnten. Beide Disziplinen haben sich stabilisiert und verbessert und die Ausgeglichenheit hat dann wohl auch den Ausschlag für die Finalteilnahme gemacht. Rumpfstabilität und Fußkraft, besonders bei Christina steht hier w0hl demnächst auf dem Programm. In der Kombination ist da auch noch sehr viel `drin`!
7.Paul Lorenz/Kristina Mertin
Leider an diesem Abend erst zu übermotiviert, dann etwas konditionsschwach. Ich habe Paul&Kristina schon viel, viel besser gesehen. Sortiert Euch neu und greift wieder an.
8.Philipp Hanus/Siri Kirchmann
Bei einem reinen Standardturnier wären Philip&Siri sicherlich ins Finale gekommen, allein es fehlte die Ausgeglichenheit, die ein Kombinationspaar ausmachen sollte. Da muss professionell nachgearbeitet werden und dann sind die Beiden ein klarer Anwärter auf das Finale.
9.Daniel Wellhöfer/Marion Hopf
Sehr ausgeglichene Leistung, die berechtigte Hoffnungen auf vordere Plätze machte. Insgesamt müssen die Beiden noch etwas freier werden und dann ist auch hier noch ein riesiges 10-Tänze-Potenzial vorhanden.









