Deutschlandpokal Junioren I B-Latein sowie zur Deutschen Meisterschaft Jugend A-Latein am 11. März 2007 in Berlin
Ein Bericht von Andrea und Florencio Garcia-López
Dreiundzwanzig Paare gingen bei den Junioren an den Start und zeigten, im Rückblick auf die vergangenen Jahre, ein durchschnittlich weiterhin gestiegenes Leistungsniveau. Die Paare wurden von zwei Fernsehteams, die sich ausschließlich für die Junioren interessierten, gefilmt und interviewt – für die Kinder natürlich eine spannende und aufregende Angelegenheit.
18 Paare konnten sich über das Erreichen der 1. Zwischenrunde freuen, 12 Paare bestritten anschließend das Semifinale, darunter auch Paare, die ihre Startberechtigung noch bei den Kindern haben. 6 Paare, je zwei aus Hessen, Berlin und Nordrhein-Westfalen, bestritten das Finale.
1. Illja Schäfer und Christina Zelt
Letztes Jahr schon Finalisten und von daher für viele klare Favoriten zeigten sie eine ausgereifte Leistung, brauchten aber die Zwischenrunde und das Semifinale um zu ihrer Höchstform zu finden und im Finale auf den Punkt zu bringen. Obwohl das Ergebnis der einzelnen Tänze sehr knapp zu ihren Gunsten ausfiel, ließen sie sich nicht aus der Ruhe bringen und konnten die ersten vier Tänze gewinnen.
2. Silas Kunkel und Merlene Gerstmann
Sie konnten den Jive gewinnen und auch in allen anderen Tänzen einige Einser für sich verbuchen. Sie bestachen durch ihr klares und ruhiges, technisch schon am fortgeschrittenstes Tanzen. Sehr harmonisches Paartanzen, optisch ein sehr ansprechendes Paar. Für uns die Sieger.
3. Daniel Buschmann und Angelina Jenna
In den ersten zwei Runden sehr auffallend, konnten sie ihr persönliches Niveau im Finale nicht durchhalten und fielen so gegen die ersten zwei Paare etwas ab. Ein Paar mit ebenfalls hohem Potential, das seinen Weg sicherlich machen wird.
4. Daniel-Artur Kolosin und Alexandra Elert
Optisch sehr ansprechendes Paar mit sehr hohem Energieniveau. Leider zu wenig Paartanzen, die Enttäuschung über die „schlechten“ Wertungen war ihnen deutlich anzumerken, am Schluss wirkten sie verkrampft.
5. Erik Kern und Michelle Kaiser
Sie waren so hoch motiviert, dass sie die ersten zwei Tänze fast konstant vor der Musik waren und dadurch auf die hinteren Plätze gewertet wurden. Wenn sie ihren rhythmischen Bewegungsablauf in den Griff bekommen, können sie weit vorne dabei sein.
6. Daniel Werner und Jessica Chabaeva
10 und 11 Jahre alt gehören sie noch der Kinderklasse an, zeigten hier aber, was in ihnen steckt. Hohe Konzentrationsfähigkeit, hohes Energielevel, wenig schnick-schnack. Einfach schön anzuschauen, ganz viel Potential.
Die Jugendpaare mussten ohne die Fernsehteams ihre Meisterschaft bestreiten, aber WOW! was für eine Meisterschaft!
Von den 77 startenden Paaren wurde auch hier schon ein durchschnittlich hohes Niveau gezeigt, zum Viertelfinale hin (25 Paare) wurde es den WertungsrichterInnen schon ausgesprochen schwer gemacht, das Semifinale war mit 14 Paaren nicht nur anzahlmässig stark besetzt.
Am Ende setzten sich die Paare durch, die schon über ein hohes Maß an Turniererfahrung verfügen, um im entscheidenden Moment ihre tänzerischen Fähigkeiten zu präsentieren.
1. Andrej Kazlouski und Jana Ritter
Vom ersten Schritt auf die Fläche wurden sie ihrer Favoritenrolle gerecht und zeigten technisch und tänzerisch Tanzen auf höchstem Niveau, sehr fein abgestimmt in Führung und Rhythmik, auf eine sehr sympatische Art vorgetragen. Sie waren eine Klasse für sich, was die Wertung auch wiederspiegelt.
2. Anton Skuratov und Alena Uehlin-Baranenkava
Auf diese neue Paarkonstellation waren alle gespannt. Zwar konnten sie um Platz 1 zu keiner Zeit eingreifen, zeigten aber von Anfang an, dass sie einen Medaillenplatz für sich beanspruchen, was ihnen von Tanz zu Tanz besser gelang. Für die kurze Zeit eine schon sehr, sehr gute Leistung des Paares.
3. Philipp Clemens und Weronika Slotala
Die Shootingstars des Abends. Beide tanzten das Turnier ihres Lebens und belegten zu Recht den dritten Platz, mehr Zweierwertungen wären durchaus berechtigt gewesen. Philipp hat sich sehr stark verbessert, so dass er die außerordentlichen Qualitäten seiner Dame jetzt voll unterstützen und zur Geltung bringen kann. Lateintanzen pur!
4. Evgeny Vinokurov und Christina Luft
Sie hatten nicht ihren besten Tag und konnten das hohe Tempo und Energieniveau der ersten drei Paare nicht mithalten. Trotzdem ein attraktives Paar mit hoher tänzerisches Qualität, dessen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft sind.
5. Pavel Zvychayny und Jaqueline-Sybel Cavusoglu
Gut vorbereitet und sehr stark verbessert, zu Recht im Finale. Vor allem Jaqueline hat sich „emanzipiert“ und übernimmt jetzt aktiv ihren Anteil am Partnering. Weiter so! Der Sprung nach vorne lässt sicherlich nicht lange auf sich warten.
6. Paul Rutkowski und Jana Ryvkin
Sie hatten sich sicherlich einen besseren Platz erhofft. Im Finale kam aber keine Paarwirkung zustande, was eventuell am Kleiderwechsel liegen könnte. Das Kleid der ersten Runden mit passender Frisur hätte Janas Typ sicherlich mehr zur Geltung gebracht. So wirkte Paul als „Einzelkämpfer“. Schade.
Die Veranstaltung gut organisiert, sehr gute und zügige Turnierleitung – und Berlin an sich ist schon eine Reise wert.
Andrea und Florencio Garcia López ...zurück

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