Deutsche Meisterschaft Junioren 2 B-Latein am 3.3.2007 in Schiffweiler

Ein Bericht von Joachim Krause



„Hauptgruppenreife Leistungen der 14- und 15-jährigen Tanzsportler bei der Deutschen Meisterschaft der Junioren 2 B-Latein am 3.3.2007 in Schiffweiler“

59 Paare tanzten um die Deutsche Meisterschaft der Junioren 2 B-Latein im Saarland. Die weite Anfahrt ließ wohl einige der gemeldeten Paare (79 Meldungen) von der Teilnahme an dieser DM absehen. Der Ausrichter TSC Residenz Ottweiler mit seinem Vorsitzenden Peter Grell sorgten für einen tollen Rahmen und Ablauf dieser Meisterschaft. Der Turnierleiter, Bundesjugendwart Boris Exeler, führte ruhig und gewohnt souverän durch das Turnier.

Wertungsrichter waren:
Ernst-Dieter Schöneberger, SLT
Jürgen Funda, HTV
Hans-Jürgen Otto, TSH
Michael Gewehr, TRP
Sabine Zurth, LTV Berlin
Heidelinde Oser, TBW
Sven Steen, HATV

 

Finale:


1. Platz
David Werner/Junona Fisman (Startnummer 8/Platzziffer 5), Berlin


Mit allen gewonnen Tänzen im Finale ließen die beiden Berliner (OTK Schwarz-Weiß 1922 im SCS Berlin) vom Beginn des Turniers keinen Zweifel aufkommen, dass sie dieses Turnier gewinnen wollen.
Sehr gut eingestellt, technisch gut überzeugten sie vor allem durch ihr reifes Auftreten und Tanzen, das auch gut in eine Hauptgruppe passen würde. Rhythmus und ausgetanzte Bilder waren sehr gut.
David war für mich der einzige Herr, der bereits ein ausgeprägtes Raumbewusstsein demonstrierte. Auch wirkte er für diese Altersklasse sehr männlich. Im Paso Doble vermisste ich beim Herrn jedoch die typischen Shapes. Für die weitere Entwicklung des Paares würde ich mir noch etwas mehr Körpertanzen wünschen. Insgesamt ein verdienter Sieg!

2. Platz
Rami Schehimi/Lilli Hils (Startnummer 74/Platzziffer 10), Dresden


Lilli und Rami haben eine sehr positive Wirkung. Er ist ein etwas introvertierter Herr, der oft unterkühlt rüberkommt. Sie ist eine sehr elegant aufgemachte Dame, mit sehr geschmackvollem Outfit. Klare Bilder, Körpertanzen und guter Rhythmus zeichnen sie aus. Die Rumba ist ihr bester Tanz. Die Paare sollten sich einmal anschauen wie Choreografien auch aussehen könnten. Schlicht und ausdrucksstark und weniger trickreich! Das hat mich doch sehr an den Bundeskader erinnert. Weiter so!

3. Platz
Constantin Henkel/Sofia Gorbatchev (Startnummer 16/Platzziffer 17), Kassel


Der 3. Platz war hart umkämpft und Sofia und Constantin hatten am Ende dann die Nase mit drei dritten Plätzen vorn. Auch hier Rhythmus und Körpertanzen für diese Altersklasse schon ausgeprägt.

4. Platz
Alex Gerlein/Karolina Bauer (Startnummer 3/Patzziffer 18), Paderborn


Über den unglücklichen 4. Platz war dem Paar die Enttäuschung sichtlich anzumerken. Für mich der beste Paso Doble, der auch einmal die für den Tanz typischen Shapes zeigt, der Jive eher schwach.

5. Platz
Christopher Costea/Angelika Mkrtchjan (Startnummer 15/Platzziffer 25), Aschaffenburg


Ein sehr auffälliges Paar, das sich von Runde zu Runde steigerte. Mir persönlich gefiel die Kleidung der Dame nicht. Sie ließ auch ständig Federn und der Beinschmuck machte sich öfters selbständig.

6. Platz
Felix Kunkel/Michele Gerstmann (Startnummer 44/Platzziffer 30), Aschaffenburg


Felix und Michele sind ein sehr ausgeglichenes Paar und waren für mich zu Recht im Finale. Dort hatten sie dann richtig aufgedreht mit einer sehr guten rhythmischen Samba. Auch der Jive des Paares wurde von Runde zu Runde besser.



Auffällig für mich war noch das Paar Ilija Schäfer/Christina Zelt aus Berlin, das mir sehr gut gefiel. Beide waren sehr rhythmisch und ausgeglichen über alle Tänze. Leider war die Top zu unruhig, sonst hätte das gute Körpertanzen sie noch weiter nach vorne gebracht.

Nun noch einige allgemeine Anmerkungen:

•    Die Leistungen in dieser Altersklasse weisen bereits in die Jugend- und Hauptgruppe.

•    Die Rumbachoreografien der Finalpaare sind sehr gut, schlicht, ausdrucksstark und getanzt. Hier können sich die Paare der Vorrunde eine Scheibe abschneiden.

•    Paso Doble wird in seiner Charakteristik kaum gezeigt.

•    Der Jive nimmt eine Entwicklung bei der sauber getanzte Grundelemente in erkennbarem Rhythmus kaum mehr zu sehen sind. Die Entwicklung der Choreografien weitergedacht wird auch bald das letzte Jive-Chassé aus den Programmen getilgt sein!

•    Das Vorrundenniveau war nicht so gut. Ab der 24er Runde sah man dann sehr ansprechende Leistungen. Im Semifinale konnte man dann richtig gute Leistungen sehen.

•    Was ich nicht mag ist, wenn Paare darauf trainiert werden dem Wertungsrichter penetrant in die Augen zu sehen, vor allem bei Paaren, die dies nicht nötig hätten.

Dem DTV braucht bei diesen Leistungen nicht bange zu werden für die Zukunft, vorausgesetzt die Paare bleiben zusammen und haben den nötigen langen Atem.


Joachim Krause, Stuttgart                   zurück...

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