Landesmeisterschaft S-Latein Bayern am 03.03.2007
Ein Bericht von Manuela Faller
Stadthalle Gersthofen
Startliste:
1 Denislav Dimitrov / Illiana Staevska Gelb-Schwarz-Casino München
2 Ivan Kostov / Anna Chodyna Central-Casino München
3 Valera Musuc / Nina Trautz TSG Bavaria Augsburg
4 Engin Önder / Renata Vanova TSC Savoy München
5 Manuel Schöke / Melanie Schöke TTC München
6 Massimo Sinato / Tatjana Kuschill TSC dancepoint Königsbrunn
7 Daniele Varallo / Sonja Schäufler TTC München
8 Markus Heffner / Marina Scharin TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg
9 Heiko Bretzner / Svenja Schmidt TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg
10 Philipp Scherbel / Olesja Schichtel TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg
11 Marius Jepure / Christina Kessler TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg
Wertungsrichter:
Ralf Burk Tanzsportverein Bad Soden
Christian Fahn TSC Savoy München
Axel Hunger TC Spree-Athen Berlin
Ulla Mader-Krämer TSA d. TSV 1860 Ansbach
Petra Matschullat-Horn TC Royal Oberhausen
Manfred Orth TSC Pocking
Peter Schramm TSC Schwarz-Gold-Casino Schwindegg
Spannung versprach die diesjährige Meisterschaft um den Titel des Bayrischen Meisters in der Hauptgruppe S-Latein, da vom Finale des vorigen Jahres nur noch ein Paar in derselben Kombination erneut antrat.
Heftige Spekulationen und Diskussionen gab es Vorfeld besonders über 3 neue Paarkombinationen, die als mögliche Anwärter auf den Titel galten:
Zum einen vom ausrichtenden Club Massimo Sinato / Tatjana Kuschill, und zum anderen für das Rot-Gold-Casino Nürnberg Marius Jepure / Christina Kessler sowie Markus Heffner / Marina Scharin.
Brisant dabei: Markus Heffner und Tatjana Kuschill, Bayrische Landesmeister 2006, traten erstmals mit neuen Partnern gegeneinander an.
Zunächst ist anzumerken, dass die Meisterschaft hervorragend organisiert war, die Halle ausverkauft, und während des Turniers herrschte eine Stimmung, die einem Hexenkessel glich.
Semifinale:
9.Platz: Daniele Varallo / Sonja Schäufler
Gerade erst aus der A-Klasse aufgestiegen, passten sie sehr gut in dieses S-Klasse-Feld. Sehr schöner Lateinlook und eine Dame mit hervorragend natürlicher Ausstrahlung. Daniele wirkte souverän, und wenn beide gemeinsam an ihrer Flexibilität und Rhythmik arbeiten, werden sie sich sicherlich auch in dieser Klasse bewähren.
8.Platz: Heiko Bretzner / Svenja Schmidt
Ein sehr junges Paar, dass schönes und qualitativ hochwertiges Latein zeigt. Leider noch etwas verhalten und zuwenig energetisch, um sich an diesem Abend für das Finale zu empfehlen. Heiko sollte noch an seiner Topline, Svenja noch an ihrer Beingeschwindigkeit arbeiten.
7.Platz: Engin Önder / Renata Vanova
Etwas unauffällig, ich musste sie immer auf der Fläche suchen. Drängten sich nicht in den Vordergrund. Besonders fehlten mir Energiewechsel, so dass das Ganze etwas zu brav und auch zu dünn wirkte.
Finale:
6.Platz: Ivan Kostov / Anna Chodyna
Nach einer gelungenen und sehr souveränen Samba-Präsentation zur Vorstellung am Abend, wurde ich im Turnier leider etwas von den beiden enttäuscht. Die Vorjahres-Vierten wirkten zu beschäftigt und nicht frei – speziell die Rhythmustänze eher festgehalten und gebremst. Das können beide sicherlich besser und werden dies hoffentlich bei der DM in zwei Wochen zeigen.
5.Platz: Denislav Dimitrov / Diana Staevska
Dieser Junge kann eigentlich alles: Er ist flexibel, schnell, elegant und zeigt eine tolle Posture. Ein echter „Hingucker“, der mir bereits bei der Landesmeisterschaft der Hauptgruppe A-Latein (Vizemeister) aufgefallen ist. Es gab nur ein ganz großes Manko: Er hielt diese Performance konditionell nicht über das ganze Turnier durch, und vergab sich dadurch die Chance, nach vorne anzugreifen. Die schwächste Runde war leider das Finale. Ausserdem würde ich mir hier mehr paarbezogenes Tanzen wünschen, damit seine Partnerin etwas mehr zur Geltung kommt.
4.Platz: Valera Musuc / Nina Trautz
Für mich das einzige Paar an diesem Abend, dass stressfrei und mit viel Spaß dieses Turnier tanzte. Da ich genau dies bei vielen Turnieren und den meisten Paaren vermisse, habe ich ihr Tanzen sehr genossen. Ein junges, attraktives Paar, dass sicherlich noch an rhythmischen Details und Abstimmung arbeiten muss, aber ein natürliches Lateinflair mit viel Charme vermittelte.
3.Platz: Markus Heffner / Marina Scharin
Dies war sicherlich nicht der Abend von Markus und Marina. Offensichtlich war der Druck, den Vorjahrestitel verteidigen zu wollen, so groß, dass ihr Tanzen nur schleppend in die Gänge kam. Ab und zu blitzte auf, was die beiden wirklich können: Rhythmisches, flexibles und sehr charakteristisches Lateintanzen. An diesem Abend fehlte leider einfach das Selbstvertrauen, sowie die Energie, die beiden Konkurrenten um den Meistertitel in Schach zu halten. Es ist Markus und Marina zu wünschen, dass sie auf ihren nächsten Turnieren mehr von ihrem tänzerischen Potential demonstrieren können.
2.Platz: Marius Jepure / Christina Kessler
Auch sie tanzten erst ihr zweites gemeinsames Turnier und bestachen mit einem tollen Mann / Frau-Look auf der Fläche. Marius, in den letzten beiden Jahren technisch sehr gereift, wirkte souverän mit guter Körperrhythmik. Er präsentierte seine junge Partnerin hervorragend, die mit ihrem Temperament und Feuer einen ausgezeicheten Gegenpart zu Marius bildete. Interessante Choreographien und schöne Energiewechsel. Beste Tänze: Cha-Cha und Rumba. Denkbar knapp – mit nur einer „1“ – mussten sie sich dem neuen Bayrischen Meisterpaar geschlagen geben.
1.Platz Massimo Sinato / Tatjana Kuschill
Auch auf diese Neukombination waren alle sehr gespannt. Massimo mit seiner langjährigen Turniererfahrung, und Tatjana, die im letzten Jahr schon den Titel mit Markus Heffner gewann, enttäuschten nicht. Mit sehr professionellem Look und großem Selbstvertrauen präsentierten sie sich bereits in der Vorrunde, die gleichzeitig auch ihre beste Runde war: Sehr energetisches Tanzen, mit klar lesbaren Linien, großer Präsenz und raumfüllend dargeboten. Im Finale war Samba eine klare Angelegenheit für Massimo und Tatjana. Knapper wurde es in den stationären Tänzen, wo etwas die Flexibilität und Körperrhythmik fehlte. Rumba und Jive mussten sie daher den später Zweitplatzierten überlassen.
Insgesamt eine spannende Meisterschaft mit toller Atmosphäre und einem zufriedenen Präsidenten des LTVB, Horst Krämer. Um es mit seinen Worten auszudrücken:
„Sicherlich hätte man sich noch ein paar Paare mehr am Start gewünscht, aber das tänzerische Niveau war sehr gut, und das Ergebnis geht so absolut in Ordnung. Man kann sehr gespannt sein, wie sich diese neue bayrische Spitze in zwei Wochen bei der Deutschen Meisterschaft in Wetzlar schlagen wird, und welche Rolle sie zukünftig national und international spielen wird.“
Manuela Faller zurück...

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