29.09.2007 Landesmeisterschaft S-Standard Bayern

ein Bericht von Uschi & Herbert Stuber

 

 

Am 29.09.2007 lud der TSC Savoy München zur „Savoy Gala“ ins Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck, in deren Rahmen die Bayerische Meisterschaft 2007 der Hauptgruppe S
in den Standardtänzen ausgetragen wurde.
Dieser Turnierort erfreut sich bei den Münchener Tanzsportclubs seit Jahren ob seiner hervorragenden Eignung für solche Großereignisse großer Beliebtheit und so konnte der Turnierleiter, Herr Rudolf Meindl, Präsident des LTVB, ein ausverkauftes Haus begrüßen.
Die erwartungsvollen Gäste brauchten denn auch ihr Kommen wahrlich nicht zu bereuen, da ihnen in einem festlich gestalteten Rahmen ein mit großer Liebe zum Detail ausgerichtetes und perfekt ablaufendes Turnier geboten wurde.
Ein zusätzlicher Spannungsreiz war von vorneherein dadurch gegeben, dass ein Großteil der vorjährigen Finalteilnehmer (einschließlich des Meisters) nicht am Start war; durch Aufsteiger aus der A-Klasse präsentierte sich dennoch ein für bayerische Verhältnisse zahlenmäßig respektables Feld von 19 Paaren.

Die gebotenen Leistungen hinterließen einen zwiespältigen Eindruck. Ein Großteil der Paare scheint zu ignorieren, dass die im heutigen kompetitiven Tanzen sicherlich wichtige Energie nur dann attraktiv ist, wenn sie in bestimmte Werte kanalisiert ist und ein definiertes Format hat. Gewichtsverbund der Partner, Körperpositionen zueinander und funktionelle Anforderungen an Armhaltungen (besonders in Tango) werden überhaupt nicht bedacht oder zu bereitwillig geopfert.


1. Dragan Meshkov & Oksana Pasternak
    Eine noch sehr junge Paarkonstellation, die auf Anhieb zu Meisterehren kam.
    Um nach einem äußerst spannenden Endrundenverlauf den Sieger ermitteln zu  
    können, musste das Skatingsystem bemüht werden, da nach dem  
    Majoritätssystem zwei Paare mit Platzziffer 8 an der Spitze lagen.
    Sehr kompaktes, druckvolles und konditionell bis zuletzt durchgängiges Tanzen, 
    das auch musikalisch in jedem Moment überzeugt. Körperpositionen insbesondere   
    in PP teilweise ungeregelt, Für einen Champion unerklärliche Fußfehler.

2. Maksim Tschernin & Carolin Hirschberger
    Dieses Paar war nach unserer Meinung in allen relevanten Aspekten dem  
    gesamten Feld von Anfang an überlegen. Es ist nur zu hoffen, dass sich das Paar
    von dieser denkbar knappen Niederlage nicht entmutigen lässt und den
    Entwicklungsweg fortsetzt, der ihm bisher in nationalen und internationalen 
    Großereignissen hervorragende Ergebnisse einbrachte.

3. Klaus Genterczewsky & Julia Quinot
    Weiches, freies Tanzen mit sehr unbekümmerter Gestaltung. Da innerhalb der 
    Figuren häufig signifikante Balancepunkte überlaufen werden, bleibt ein 
    schwimmender, schlitternder Gesamteindruck. Wiener Walzer sollte neu überdacht
    werden.

4. Tim Bonkowski & Stephanie Elkeles
     Für dieses Paar gelten besonders die obigen Eingangsbeobachtungen über den 
     Umgang mit Energie. Überaggressive Grundeinstellung des Herrn, die sich schon  
     rein äußerlich in Tangohaltung in allen fünf Tänzen darstellt und keinen Raum für 
     die Differenzierung der einzelnen Tanzcharkteristiken lässt.

5. Maxim Kube & Viktoria Fischer
    Gewichtsbetontes, stellenweise im Streben nach Qualität etwas schweres Tanzen;
    die ständig von der Partnerin abgewendete Körpermitte des Herrn lässt die  
     Präsentation unglaubwürdig erscheinen.

6. Victor Fischer & Alexandra Rehn
    Geschlossenes, um Paarharmonie bemühtes Tanzen; der zu hohe Schwerpunkt  
    erlaubt keine Durchlässigkeit der Gelenke für das Gewicht. In solcher Umgebung 
    wirkt dann der Bewegungsablauf zu drucklos und unauffällig.


Wertungsrichter:

Sylvia Bauer (Erlangen), Fikret Bilge (Tübingen), Dr. Hans-Jürgen Burger (Wiesbaden), Volkmar Heinz (Wasserburg), Dr. Frank Pöhlau (Nürnberg), Ute Rosanski (Berlin), Rudolf Trautz (Augsburg).

 

 

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