
05.07.2009
danceComp Wuppertal
IDSF Open Standard
ein Bericht von Heiko Kleibrink
Deutscher Meister Professional Standard
Deutscher Meister Professional Kür Standard
Finalist WM Professional Standard
Benedetto Ferruggia / Claudia Köhler
Foto: Volker Hey
Ferruggia/Köhler tanzen wie von einem anderen Stern
Zum ersten Mal wurde auf der DanceComp ein IDSF Open Standard Turnier ausgerichtet. Dieses Turnier war zugleich der krönende Abschluss der 6. DanceComp, die zur Zeit schönste Turnierveranstaltung in Deutschland. Das fantastische Ambiente, dass sich den Besuchern in Wuppertal bot ist lediglich mit dem Mannheimer Rosengarten vergleichbar. Aufgrund der diesjährigen strikten Einhaltung des Meldeschlusses blieb die Zahl der gestarteten Paare unter der 2000er Marke. Jedoch muss man kein großer Hellseher sein um für die 7. DanceComp einen erneuten Melderekord vorauszusagen.
Das zur Zeit beste Standardpaar der Welt, Benedetto Ferruggia und Claudia Köhler, gaben sich die Ehre und siegten mit allen Einsen.
Der italienisch-deutsche Wirbelwind fegte förmlich über das Parkett der historischen Stadthalle Wuppertal. Fred Astaire bat um Aufhebung der Schwerkraft Benedetto und Claudia wurde dieser Wunsch augenscheinlich gewährt. Unter den 127 gestarteten Paaren stachen sie durch ihre unglaubliche Geschwindigkeit, ihre enorme Präzision und ihrer einzigartigen Kontrolle heraus. Ab ihrem ersten Tanz gaben sie 110% und tanzten ihre gesamte Konkurrenz in Grund und Boden. Wer will dieses Paar zur Zeit schlagen? Antwort: Keiner!
Die oft gehörte Kritik an der ungleichen Qualität der Beiden scheint sie nur noch mehr angestachelt zu haben. Noch nie habe ich Claudia so gut gesehen wie an diesem Tag.
Das war weltmeisterlich, wie von einem anderen Stern.
Der zweite Platz ging ebenso eindeutig mit allen zweiten Plätzen an Simone Segatori und Annette Sudol. Ähnlich wie bei unseren Deutschen Meistern scheint bei den beiden in diesem Jahr ein Knoten geplatzt zu sein. Ihre langsamen Schwungtänze und der Wiener Walzer haben sich enorm verbessert und wirken nun viel satter und reifer. Im Schatten ihrer gigantischen Konkurrenz können sie nun in Ruhe an ihrem Stil arbeiten und reifen um in Zukunft ein würdiger Meister zu sein.
Die frisch gebackenen Deutschen Meister über 10 Tänze Valentin Lusin und Renata Busheeva glänzten in ihrer Paradedisziplin und platzierten sich in allen fünf Tänzen verdient auf den dritten Rang. Ihr Wiener Walzer war an diesem Tag brillant. Insgesamt zeigte ihr Tanzen viele sehr gute Ansätze.
Auf den vierten Platz tanzten sich die Deutschen Vizemeister über 10 Tänze, Anton Skuratov und Alena Uehlin. Ich bin ein Riesenfan von ihrem unbekümmerten Tanzstil und glaube fest an eine große Zukunft der Beiden. An diesem Tag fehlte mir aber im Vergleich zu den vorderen Paaren die Spritzigkeit und Leichtigkeit. Daher diesmal keine höhere Platzierung möglich. Vielleicht hatte ihr Finalteilnahme beim IDFS Latein am Tag zuvor zu viel Kraft gekostet. Jedenfalls konnten die zwei Erstplatzierten sich mental und kräftemäßig voll auf das Standard-Turnier konzentrieren.
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Das fünfte deutsche Finalpaar Steffen Zoglauer und Sandra Koperski boten sich dem elfköpfigen Wertungsgericht bereits in ihrer ersten Runde als klare Finalaspiranten an.
Ihre gute Paarharmonie und ausgereifte Bewegungsqualität grenzte sie deutlich von ihren Verfolgern ab.
Die Plätze 6 und 7 gingen an Herman Lak/Michele Gleimann; Niederlande und Benjamin Calkar/Signe Busk; Dänemark und waren meiner Meinung nach keine zwingenden Finalisten und daher austauschbar.
Zwei weitere Paare sind mir im Verlaufe des Turniers sehr positiv aufgefallen. Zum Einen die Kölner Paul Lorenz und Ekaterina Leonova (11. Platz). Ekaterina hat es hervorragend verstanden die gewaltige Power von Paul so zu kultivieren, dass es eine Freude war ihnen zuzuschauen. Kein übermäßiger Krafteinsatz störte nun mehr den Bewegungsfluss.
Zum Anderen Stanislaw Hermann und Cathrin Hissnauer (13. Platz). Beiden Paaren hätte ich an diesem Tag ein Finalplatz zugetraut.
Eigenartiger Weise sind mir nur 10 Paare durch ihren eigenen Stil und einer überdurchschnittlichen Bewegungsqualität aufgefallen.
Acht davon starten für Deutschland, von denen Sieben letztendlich auch das Semifinale erreichten. (Ein großes Kompliment an die Wertungsrichter und ein riesiges Kompliment an die Trainer unserer hervorragenden Deutschen Paare.)
Fazit:
Viel mehr Tänzer sollten versuchen ihren eigenen Stil zu finden und an diesen zu glauben, anstatt uniform andere Tänzer zu kopieren. Gebt nicht eure eigene Identität auf!
Liebe Grüsse,
euer Heiko
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