
04.07.2009
danceComp Wuppertal
IDSF Open Senioren Latin
ein Bericht von Jesper Birkehoj
Deutscher Meister Amateure Latein
Andreas Hoffmann / Isabel Krüger
Foto: Volker Hey
danceComp, IDSF Senioren I Latein
Als erstes möchte ich eine Gratulation und ein großes Lob an die Veranstalter und an das ganze Team, das hinter diese Veranstaltung stand, aussprechen. Sie haben trotz zwei kompakter Tage, Hitze und einem vollen Programm bis in die Nacht, mit vielen Teilnehmern und über 1.800 Anmeldungen, die Organisation perfekt gemeistert. Mit der großartigen, historischen Stadthalle in Wuppertal haben sie die besten Bedingungen für ein schönes Ambiente gehabt und den Tänzern ein wundervolles Erlebnis geboten.
Danke für eine schöne Veranstaltung!
Einer der Höhepunkte des Samstag Abends war das IDSF Senioren I Latein Turnier mit einem hochkarätigen internationalen Feld bestehend aus 36 Paaren der folgenden 7 Nationen:
Belgien, Deutschland, Finnland, Österreich, der Schweiz und Spanien. U. a. der amtierende Weltmeister und Weltranglisten-Erster aus Spanien sowie der Blackpool-Zweite aus Deutschland waren am Start. Letztendlich haben die Wertungsrichter 6 klare Finalisten ausgesucht, das finnische, ein spanisches und vier deutsche Paare, die über den roten Teppich zum Finale auf die Fläche einmarschieren konnten.
6. Platz: Georg Bröker / Susanne Schantora, Köln (66655)
Mit einer positiven Präsenz, auffälligen Ausstrahlung und klaren lesbaren Bildern, gewann dieses Paar die Aufmerksamkeit der Wertungsrichter. Denn mit Ihrer dynamischen Art die lateinamerikanischen Tänze umzusetzen, das in den ersten Runden von großem Vorteil sein kann, haben sie in jeder Runde den Einzug als bestes oder zweitbestes Paar für die nächste Runde geschafft, ebenfalls für das Finale. Dennoch landeten sie auf Platz 6 in der Gesamtwertung. Mehr Fokus auf die Bein- / Fußarbeit der Dame könnte die Balance und die rhythmische Interpretation der Musik insgesamt verfeinern.
5. Platz: Michael Sawang / Claudia Sawang, Weinheim (55566)
Die deutschen Vizemeister ein optisch attraktives Paar, das sehr schön tanzt (dabei ist „schön“ positive gemeint, obwohl der Begriff im Tanzen mittlerweile eine Mangelware ist oder für langweilig gehalten wird). Man könnte sich vom Herrn etwas mehr Freiheit im oberen Bereich des Rücken und Nacken wünschen, um die Flexibilität der Bewegung sichtbarer zu machen. Mehr Ruhe und klarere Akzente im Jive würde diesen Tanz gegenüber der Konkurrenz stark positionieren. Insgesamt eine deutliche Leistungssteigerung seit der DM erkennbar.
4. Platz: Petri Jarvinen / Ulla Jarvinen, Finnland (34444)
Lieferten eine konstant gute Leistung innerhalb des gesamten Turniers und eine ausgeglichene Paarharmonie wurde hier geboten. Zu Recht konnten sie einige Bestnoten auf Ihr Konto verbuchen. Ein technisch sauberes und angenehmes Paar zuzuschauen, mit außerordentlicher positiven Ausstrahlung, das mit deutlicheren Energiewechseln in den stationären Tänzen das Publikum besser fesseln könnte.
3. Platz: Bernd Lachenmaier / Sibille Vinzens, Freising (43332)
Sicherlich eine Überraschung und einen erfreulichen Erfolg für die beiden, worüber sich die Wertungsrichter nicht ganz einig waren. Das Paar zeigte eine sehr charismatische, austrainierte Performance, etwas mehr vom Herrn dominiert, worunter die Paarharmonie ab und an ein wenig leidet. Noch klarere (feinere) rhythmische Kontraste und Körperbewegungen mit zusätzlichem Fokus auf Partnering könnte den Erfolgskurs weiterhin aufrechterhalten.
2. Platz: Manuel Ramírez / Julia López, Spanien (22222)
Die amtierenden Weltmeister und Weltranglisten-Erste, mit festem Platz in den Top 3 der internationalen Weltranglisteturnieren, zeigte viel Emotion kombiniert mit spanischem Temperament und beeindruckende Dynamik. Dies spiegelte sich in den Wertungen insbesondere im Paso Doble wider. Auch hier zeigt sich der Herr zu dominant, weshalb die Dame teilweise zu kurz kam. Eine etwas klarere Körperhaltung der Dame, würde die Wahrnehmung dieser sofortige positive Veränderungen mit sich führen.
1. Platz: Andreas Hoffmann / Isabel Krüger, Köln (11111)
Die dritten der deutschen Meisterschaft und Blackpool-Zweite wurden klaren Sieger mit fünf gewonnenen Tänzen. Mit dem besten Mix von Musikalität, Rhythmus, technische Perfektion, Beauty, Power und Geschwindigkeit sorgten sie für ein eindeutiges Ergebnis. In meinen Augen haben sie zu Recht gewonnen, obwohl die Endrunde nicht ihre stärkste Runde war. Ihre paarbezogene Darbietung mit einer klaren Mann/Frau Rollenverteilung sorgt für positive Resonanz, dennoch gibt es Momente, die „artificial“ wirken, wo „echte“ Emotionen erwünscht wären.
Generell muss ich sagen, ohne jemanden zu nahe treten zu wollen, mittlerweile schaue ich mir sehr gerne Senioren Latein an (zuletzt die DM, Blackpool und jetzt danceComp), das war nicht immer der Fall! Das Niveau ist immens gestiegen in den letzten Jahren und die Stimmung bei den Turnieren proportional dazu.
„Keep it up, keep going!“ und bis zum nächsten Mal,
Jesper Birkehoj
Finale:
1. Andreas Hoffmann / Isabel Krüger, TSC Excelsior Köln (5)
2. Manuel Ramírez / Julia López, Spanien (11)
3. Bernd Lachenmaier / Sibille Vinzens, 1. TSZ Freising (15)
4. Petri Jarvinen / Ulla Jarvinen, Finnland (19)
5. Michael Sawang / Claudia Sawang, TSA d. TSG Weinheim (27)
6. Georg Bröker / Susanne Schantora, Art of Dance, Köln (28)
Wertungsrichter:
Karina Geerts - Belgien
Clauspeter Brunnbauer - Österreich
Petr Odstrcil - Tschechien
Maurizio Ghigiarelli - Italien
Guy Rosen - Luxemburg
Ton Greten - Holland
Igor Gutowski - Ukraine
Petra Matschullat-Horn - Deutschland
Florencio Garcia-Lopez - Deutschland
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