17.05.2009

Deutsche Meisterschaft Senioren II Standard

 

ein Bericht von Heiko Kleibrink

 

Deutscher Meister Professional Standard

Deutscher Meister Professional Kür Standard

Finalist WM Professional Standard

 

 

 

1.Deutsche Meisterschaft der Senioren II

 

Mit stehenden Ovationen überschüttete das Schönberger Publikum die sechs Finalisten der ersten Deutschen Meisterschaft der Senioren II. Mit dem Brot des Künstlers wurde generell an diesem wunderschönen Tag an der Ostsee nicht gegeizt. Bereits zur ersten Runde platzte der große   
Saal des Ostsee Hotels Holm   
aus allen Nähten. Die Paare genossen sichtlich diese Aufmerksamkeit und gaben bereits zu Beginn ihr Bestes. Wie es für eine Deutsche Meisterschaft würdig ist, wurden die letzten drei Runden in einen festlichen Ball eingebettet.

 

Der TSC Ostseebad Schönberg feierte mit seinen Gästen 25 jähriges Jubiläum. Alles war optimal auf die Paare abgestimmt. Es gab einen riesigen Eintanzsaal, der auch fleißig genutzt wurde. Nicht zu lange Pausen zwischen den einzelnen Runden und eine sehr gute Musikwahl. Es war auch eine fantastische Entscheidung die Live-Band während der Ballveranstaltung ausschließlich für das Publikum spielen zu lassen.
Zu oft musste ich mich in der Vergangenheit als Tänzer über teure Live-Bands ärgern, die ihren Rhythmuscomputer nicht auf die vorgeschriebenen Tempi programmiert hatten.

 

Nur zwei Wochen nach der aus deutscher Sicht sehr erfolgreichen Weltmeisterschaft in Spanien präsentierte sich die deutsche Vierer-Spitze Lindner, Farwick/Vosholz, Halfmeier und Reimann/Schulz noch immer auf Top Niveau. Zumindest diese Vier Paare sollte jeder Wertungsrichter auf seiner Finalliste gehabt haben. Die beiden letzten zu vergebenen Endrundenplätze waren heiß umkämpft. Glückliche Sieger dieses Kampfes waren zwei norddeutsche Paare. Zum einen Wierzbicki, die sich mit dem erreichen der Endrunde gleich um zwei Runden im vergleich zum Vorjahr steigerten und zum anderen Kohlschmidt, die sich ihren Finalplatz von 2007 zurückeroberten.  

 

Im Finale ließen die frisch gebackenen Weltmeister Michael und Beate Lindner nichts anbrennen. Sie waren in diesem hochkarätigen Finale outstanding und erhielten in allen fünf Tänzen alle Einsen. Einen spannenden Zweikampf-Krimi, wie wir ihn auf der TNW-Landesmeisterschaft zwischen Claus & Britta Halfmeier und Bernd Farwick & Petra Voosholz erleben durften blieb diesmal leider aus. Bernd und Petra sicherten sich mit einer sehr starken konstanten Leistung über alle Runden hinweg und einer immer besser werdenden Paarharmonie den Vizemeistertitel. Claus und Britta tanzten sehr befreit ein hervorragendes Finale und sicherten sich so die Bronzemedaille. Lediglich den Tango mussten sie an ihre Verfolger Raymund Reimann & Antje Schulz abgeben.

 

Raymund und Antje tanzten im Finale etwas introvertiert was ihre enormen technischen Fähigkeiten jedoch nicht schmälerten. Dennoch kann bei dieser hohen Leistungsdichte an der Spitze ein zu konzentriertes (oder war es zu unkonzentriert?) Tanzen schon den Ausschlag über die Vergabe der Plätze geben.

 

Holger und Sabine Kohlschmidt kämpften nicht nur gegen die übrigen 97 angetretenen Paare sondern auch unentwegt gegen ihren extremen Größenunterschied an. Trotz dieses Han dicaps war ihr Tanzen an diesem Tag sehr frei und schwungvoll. Beflügelt von den Anfeuerungen des heimischen Publikums tanzten sie ein ausgesprochen gutes Turnier und schlossen mit dem fünften Platz ab. International werden es die beiden jedoch schwer haben dieses Ergebnis halten zu können.

 

Michael und Grazyna Wierzbicki meisterten etwas schier Unglaubliches. Von einem 17-18. Platz in 2008 kletterten sie auf den sechsten Platz. Dieses Paar bringt ein riesiges Potential mit sich und wird in Zukunft mit Sicherheit auch auf dem internationalen Parkett für Furore sorgen.

 

1.      Michael und Beate Lindner              TSZ Blau-Gold Casino Darmstadt    

2.     Bernd Farwick / Petra Voosholz       TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven

3.     Claus und Britta Halfmeier                Die Residenz Münster    

4.     Raymund Reimann / Antje Schulz   TSZ Creativ Osnabrück    

5.     Holger und Sabine Kohlschmidt      TSA d. Ellerbeker Turnvereinigung von 1886    

6.     Michael und Grazyna Wierzbicki     TSA d. TSV Glinde 1930

 

 

Mit tanzsportlichen Grüßen,


externer Link in neuem Fenster folgtHeiko Kleibrink

 

P.s.: Die besten 50 Paare haben sich für die Teilnahme der Masters Serie der Senioren II S qualifiziert, die in Aschaffenburg (August) und Hohegeiß (August) bei Braunlage durchgeführt wird. Die Endveranstaltung findet dann am Ende des Jahres in Berlin statt. Leider wurden diese Termine den meisten Paaren erst an diesem Abend mitgeteilt. Als Sportler ist die Jahresplanung mit all ihren Höhepunkten im Mai!!! aber bereits abgeschlossen. Daher vermute ich, dass eine große Zahl der qualifizierten Paare diese Termine so kurzfristig nicht mehr wahrnehmen können. Vielleicht sollte eine Qualifikation immer nur für die Serie des Folgejahrs möglich sein, um auch wirklich zu gewährleisten, dass alle Spitzenathleten antreten.

 

 

 

 

 

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