03.10.2009
Landesmeisterschaft Bayern S-Standard
ein Bericht von Kerstin Stettner
Tanzsporttrainerin A
Routine und Zukunft
Die Landesmeisterschaft in Bayern hatte in diesem Jahr alles im Angebot
Ein sehr unterschiedliches Leistungsspektrum boten die 19 Paare über die Runden, bis hin zum Finale. Selbst dort wurde sichtbar, dass Tanzsport auf unterschiedlichem Verständnis basiert.
Doch von Anfang an zeigten Maksim Tschernin und Carolin Scheithauer wer hier mit viel Routine und technisch versiertem Tanzen Landesmeister werden will.
Nachdem die Vorjahressieger Meschkov / Belch wegen Trennung nicht mehr starteten, wurde im Vorfeld schon gemunkelt, das der Titel wohl an die beständigsten Bayern gehen würde, die über Jahre schon national und international sehr gute Ergebnisse ins Land getragen haben.
Maksim und Carolin
(TSC Savoy München / 1111111, 1111111, 1111111, 1111111, 1111111)
haben ein sehr starkes Turnier getanzt. Das hohe technische Vermögen zeigte sich auch in einer sehr guten Paarharmonie. Durch musikalische und rhythmische Gestaltung hoben sich die beiden klar von den anderen teilnehmenden Paaren ab. Wenn man von „der Leichtigkeit einer Darbietung“ spricht, dann war dieses wohl hier sichtbar geworden. Zu keinem Zeitpunkt kamen Zweifel auf, wer an diesem Abend das Feld beherrschte.
Maksim sollte weiter an seiner Präsentation arbeiten um in deutscher und internationaler Konkurrenz bestehen zu können.
Carolin muss sich noch etwas mehr um ihren Körperschwerpunkt bemühen der generell etwas tiefer zum Herren definiert werden sollte.
Platz zwei ging klar an
Domenic Fenster und Stefanie Pavelic
(Dance Point Königsbrunn /2243322, 2242222, 2232232, 2232222, 2222222)
Dieses Paar hat viel Zukunft. Nachdem dritten Platz beim Deutschland Cup der A-Klasse, haben die beiden noch mal etwas zulegen können. Frisches und durchgängiges Tanzen haben sie sicher auf das Treppchen katapultiert. Trotz des Größenunterschieds haben die beiden ein gelungenes Gesamtbild und eine gute Flächenpräsenz.
Technische Genauigkeit ist noch einer der Punkte die sie weiter im Fokus behalten sollten, so wie Posture und Poise.
Sicher auf drei:
Torben Fedder und Simone Mitlehner
(Dance Point Königsbrunn / 4334233, 4334333, 5324323, 3324333, 4333333)
Ohne Zweifel auch hier ein reifes Tanzen das sich durch Dominanz auszeichnete.
Sehr powervolles und engagiertes Tanzen das immer sichtbar und bewertbar ist.
Mit Torben und Simone war ein weiteres Finalpaar ab der Vorrunde sofort erkennbar.
Torben muß noch weiter an seinem Timing im Drive arbeiten um Paargeschlossenheit zu erreichen.
Simone hat noch Defizite im Bereich der Fußarbeit und Fußkraft die sich dann auf die Führung auswirkt.
Victor Fischer/Alexandra Rehn,
(Gelb-Schwarz-Casino München / 3456444, 3555444, 3455544, 4455444, 3555444)
sind immer ein sicherer Finalist und mit Platz vier verdient dabei.
Mit einer durchgängigen und immer sichtbaren technischen guten Leistung, haben beide im Vergleich zu den darauf folgenden Paaren einen großen Vorsprung.
Victor wirkte etwas zu schnell und zu leicht auf den Füßen. Daher bekam er nicht genug Druck in den Raum.
Alexandra hat eine sehr gute Position zu ihrem Herren, die sie zu Gunsten von eigenen Geschwindigkeiten manchmal aufgibt.
Udo Rosenkranz/Corinna Bülow,
(TTC München / 5665565, 6666566, 4666455, 5566555, 5666555)
sind ein weiterer Beweis dafür, dass sich nicht nur durch Geschwindigkeit gutes Tanzen demonstrieren lässt. Routine und positive Choreographiere lies auch das Tänzerischevermögen sichtbar werden.
Udo hat es an diesem Turnier nicht immer geschafft mit seinem Zentrum seine Dame zu erreichen. Daher hatten beide Balance Probleme die sich in der Musik wieder spiegelte.
Corinna sollte weiter an Ihrer Position zu Ihrem Partner arbeiten, da sich nur dadurch ein harmonischeres miteinander erreichen lässt. Durch zu schnelles einsetzen von Gewicht zum Start in die Bewegung ist sie leider zu früh im Swing.
Marc-Dominik Schuck/Silke Hoffmann,
(Tanzsportgemeinschaft Fürth / 6522656, 5423655, 6543666, 6643666, 6444666)
sind ein neues Paar in dieser Klasse. Silke bestritt an diesem Abend Ihr erstes Standardturnier mit Bravur.
Im Finale haben die beiden nicht alle gesehen, doch durch frisches und spritziges Tanzen konnten sie zu jeder Zeit bestechen.
Marc-Dominik hat ein sehr gutes Turnier getanzt. Seine positive Ausstrahlung und eine gute körperliche Präsenz zeichneten ihn aus. Er hat es gut verstanden Geschwindigkeitswechsel einzubauen, leider konnte seine Partnerin die Wechsel nicht immer mitgehen.
Silke hat bewiesen wie „Frau“ nach kurzer Zeit auch in dieser Disziplin bestehen kann. Als S-Lat. Dame hat sie die Technik im Standard noch nicht zeigen können. Ab und wann drang auch die Lateinerin aus ihr heraus und machte sich in den Bewegungsabläufen selbständig.
Rückblickend über die Jahre hat sich das gesamte Niveau verbessert und das lässt hoffen, dass die Paare auf der DM und auch auf Ranglisten den Anschluss haben oder finden.
Die Semifinalisten hatten alle berechtigt Hoffnung auf das Finale und es wird auch hier spannend was die DM ergibt.
Wertungsrichter
Sybille Daute (TSC Grün-Gelb Erftstadt), Kurt Haas (TSG Fürth), Thomas Helbig (TC Der Frankfurter Kreis), Dieter Köpf (TSC Astoria Karlsruhe), Stephan Kreidler (TTC München), Ulla Mader-Krämer (TSA d. TSV 1860 Ansbach), Werner Weigold (Gelb-Schwarz-Casino München
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