07.03.2009

Landesmeisterschaft Bayern S-Latein

 

ein Bericht von Roberto Albanese

 


Paarkritik der Bayrischen Meisterschaft 2009

Vorweg, vom Rahmen her war es eine Meisterschaft, wie man es sich als Turnierpaar wünscht, ein Orchester, gut gekleidete Menschen, ein interner Link in neuem Fenster folgtschöner Festsaal, ein wirklich würdiger Rahmen für eine Meisterschaft.
Das einzige Manko, es gibt so schöne Turniermusik und wer Tänzer war oder ist, weiß, wie wichtig gute Musik für uns ist. Die Titelauswahl fand ich persönlich jetzt nicht so schön und in den ersten beiden Runden auch viel zu schnell.
Jetzt aber zu den Leistungen der Paare.


Im Finale


Platz 6:
Jan Knoll und Nina Mishchenko

Ein relativ neues Paar, das mit dem Finaleinzug zufrieden sein konnte und sich in der kurzen Trainingszeit schon recht gut gefunden hat. Nina hat mir sehr gut gefallen und hat ihre Rolle als Frau schon recht gut interpretiert. Jan hat ebenfalls sehr gute Wettkampfanlagen, ist mir aber insgesamt gesehen zu angespannt im Oberkörper und kann deswegen oft die Energien im Paar schlecht übertragen. Von meinem Gefühl her versucht er, zu gebunden im Körper zu bleiben und dadurch entsteht mir zu wenig Bewegungsfreiheit.

Platz 5
David Riegler und Julia Jussel

Die beiden sind ebenfalls berechtigt im Finale. Das Paar hat einen guten Latinlook, aber auch hier fand ich die Dame wie beim 6.platzierten besser. Die Bewegungen sind bei David zu produziert und stehen oft nicht im Zusammenhang zu Julia. Ich fand, dass beide Herren viel mehr auf ihre Damen eingehen müssen, weil Partnering ein wichtiger Bestandteil unseres Paarsports ist und die Grundlage für jegliche charakteristische Darstellung unserer Tänze.

Platz 4
Denislav Dimitrov und Iliana Staevska

Ein klar berechtigter 4. Platz von Denislav und Iliana, gute grundrhythmische Bewegungsabläufe, gutes Partnering und keine zu überladenen Choreographien. Kritikpunkt ist, dass ich über die Meisterschaft hinweg keine deutliche Steigerung in den 3 Runden feststellen konnte, aber positiv gesehen auch keinen Leistungsabfall. Um an Platz 2 und 3 aber heranzukommen, würde ich mir mehr dynamische Wechsel innerhalb der Choreographien vorstellen und durch ein evtl. anderes Outfit und Make up die Persönlichkeit von Iliana noch mehr zur Geltung bringen.

Knapper konnte es um Platz 2 und 3 nicht zugehen. Der Jive entschied zu Gunsten von Marius und Christina. Vorweg: Es sind beides sehr gute Paare, die, wie ich glaube, intensiv an sich arbeiten und sehr für das Tanzen leben.


Platz 3
Valera Musuc  und Nina Trautz

Die beiden habe ich jetzt schon öfter beobachtet und gesehen und kann im technischen Bereich konstante Verbesserungen feststellen. Es fehlte mir allerdings an diesem Abend ein bißchen der Glaube, den man als Paar auf der Fläche verkörpert und das Blitzen in den Augen. Ich finde, sie sind ein rhythmisch gutes Paar und kommen auch authentisch rüber. Wenn sie das bis zur DM auch noch gemeinsam im Focus zueinander weiter ausbauen, um sich energetisch noch mehr zu spüren, werden sie top vorbereitet sein.

Platz 2
Marius Iepure und Christina Kessler

Die beiden sind 2. An diesem Abend geworden. Ich glaube, sie hätten sich ein klareres Ergebnis gewünscht und waren ein wenig enttäuscht. Beides hervorragende Tänzer, wobei ich Christina sehr stark und weiblich fand und Marius ein wenig angespannt. Alle Qualitäten sind vorhanden: guter Körperrhythmus, gute Paarbalancen, vieseitiger Bewegungsfluß …..   Es ist immer leicht gesagt, dass man nicht frei rüber kommt, aber wer an sich und seine Partnerin glaubt, schafft, was er sich wünscht und auf einmal werden Qualitäten sichtbar, die sonst immer nur versteckt im Trainingssaal zu sehen sind.

Platz 1:
Massimo Sinato und Tatjana Kuschill

Absolut outstanding, alle Tänze gewonnen mit der Bewertung von 35 Einsen. Nach 2 Jahren Paarkonstanz ist Massimo mit Tatjana endlich dort angekommen, wo er schon viel früher hätte sein können. Tatjana ist das perfekte Gegenstück zu Massimo, variiert er in seinen Choreographien, folgt sie ihm blind, verändert er die Timings, reagiert sie sofort. Einfach begeisternd, wie hoch rhythmisch die ersten 3 Tänze sind, und das gepaart mit so vielen Basicelementen, wie man es heute nicht mehr oft sieht bei Turnierpaaren. Die Balancen und Paarverbindungen sind excellent, was jeden Tanz sehr charakteristisch und authentisch aussehen lässt. Die künstlerische Ader,die Massimo hat, kommt endlich zum Vorschein, und die Performance stimmt auch. In dieser Verfassung sind sie ernstzunehmende Gegner auf der DM für jeden Mitstreiter. Bayern schickt ein echtes Toppaar an den Start.
   

 

 

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