20.03.2010

Deutsche Meisterschaft S-Latein, Augsburg

veranstaltet von der undefinedTanzschule Trautz & Salmen

 

ein Bericht von Bianka Schreiber

Weltmeisterin Latein Amateure

Weltmeisterin Latein Professionals

 

 

 

 

 

Bei dieser Deutschen Meister hat sich leider wieder einmal bestätigt, dass sich dass Lateinamerikanische Tanzen in eine andere Richtung entwickelt.

 

„Lateinamerikanische“ Bewegungen waren bei dieser Deutschen Meisterschaft kaum zu sehen. Allerdings ist dies kein „Deutsches Problem“ .

Auf der ganzen Welt mutieren die Amateur-Turniere zu „Meisterschaften der Dynamik und Geschwindigkeit“. Und auch bei den Profis wird Qualität so manches mal mit starker Persönlichkeit und witzigen bzw. wahnwitzigen Choreographien wettgemacht.

 

Zutaten, wie latein-typische Choreographie, Bewegungsqualität durch ein starkes Körperzentrum, Fuß- und Körperrhythmus, lateinamerikanische Rücken- und die daraus resultierende Hüftbewegung, Energiewechsel, echtes Partnering , Gefühl für Musik, Stil, Finesse, Klasse u.a. scheinen inzwischen zusehends in Vergessenheit zu geraten.

 

Des Weiteren konnte man gestern, wie überall, beobachten, dass sich die Damen das Zepter aus der Hand nehmen lassen. Bei 80 % der Paare sehen die Herren besser aus.

Sie tanzen vielleicht nicht besser – aber sie sehen besser aus! Vielleicht weil die Herren bestimmen, wo und wie trainiert wird? 
Vielleicht weil die Damen Ihren Standpunkt nicht klarmachen oder etwa gar keinen haben? Vielleicht aber auch nur aus dem Grund, dass die Herren den Damen körperlich überlegen sind und dadurch den momentan herrschenden Stil besser unterstützen.

Mein Aufruf an alle Damen also: Ziel erkennen, festsetzen und dafür kämpfen.

 

Wertungsrichter/innen sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie es sind, die entscheiden, ob sie den besten Lateintänzer, die beste Persönlichkeit oder den sportlichsten Tänzer krönen.

Qualität im Ansatz zu erkennen, ist allerdings keine leichte Aufgabe.

Da ich nichts zu verlieren habe, kann ich mir erlauben zu sagen, dass meiner Meinung nach  bei weitem nicht alle  Lizenzträger weltweit dazu in der Lage sind, qualitativ hochwertiges Tanzen im Ansatz zu erkennen. 
Ich würde mir wünschen, dass hier ein Umdenken stattfindet und wieder mehr Wertungsrichter eingesetzt werden, die sich täglich mit der Materie Tanzen beschäftigen.


Es gibt eine Menge solcher „Fachleute“. Warum werden sie nicht eingesetzt? Die Antwort auf diese Frage möchte ich der Vorstellungskraft der dancing24-Leser überlassen. Ich bin mir sicher, die Antwort zu kennen.

Sicherlich gehört das Deutsche Ausbildungssystem zu den besseren auf der Welt. Deswegen sollte Deutschland auch international darauf achten, dass weder durch gute Beziehungen noch durch Absolvieren der benötigten Einheiten  bei  Lizenzerhaltschulungen  qualifizierte Wertungsrichter geschaffen werden.

Lustigerweise sind einige meiner ehemaligen  „Mitstreiter“  auf nationaler und internationaler Ebene, die sich immer am lautesten über dieses „Unrecht“ echauffiert haben, heute an der „Macht“ und  machen genau dasselbe.
Ich wünsche diesen Menschen weltweit, dass sie eines Tages ihre Angst – selbst nicht genug (was auch immer) abzubekommen – überwinden und dem Tanzsport dienen können.


Auch wenn man mit der Qualität einer Deutschen Meisterschaft nicht zufrieden sein kann, so ist mir bewusst, dass viele, wenn auch nicht alle, Paare ihr Bestes geben. Natürlich streben sie nur das an, was auch bewertet wird.

Die KUNST des Tanzens bleibt durch mangelnde Vorbilder auf der Strecke. Wahrscheinlich waren Bryan und Carmen die letzten Dinosaurier in der Sambawelt.

 

 

 

 

 

1. Timo Kulczak und Motshegetsi Mabuse

2. Sergey und Viktoria Tatarenko

3. Nikita Bazev – Marta Arndt

4. Anton Skuratov – Alena Uehlin

5. Massimo Sinato – Tatjana Kuschill

6. Marius-Andrei Balan – Sarah-Sophie Ritz

 

Timo und Motsi

würdige, verdiente Sieger dieser Meisterschaft. Es gab kein besseres Paar.

 

Sergey und Viktoria

für meine Begriffe  - aus oben angeführten Gründen - zu hoch platziert.

 

Nikita und Marta

konnten sich als einzige im Finale steigern, so dass ein 2. Platz möglich gewesen wäre.

 

Anton und Alena und Marius und Sarah

für mich auf dem gleichen Level und platztechnisch austauschbar.

 

Massimo Sinato – Tatjana Kuschill

schönes lateinamerikanisches Tanzen. Sie vereinten eigentlich viele Qualitätsmerkmale guten Tanzens. Allerdings fehlt ihnen dazu noch das was viele andere „ausschließlich“ hatten: Die nötige Stärke. Leider haben sie ab Ende Semi stark abgebaut.

 

 

Auffallend im Semi:

 

Dennis Weinberg -  Helena Kaschurow

gute rhythmische Interpretation in Samba und auch sonst gute Bewegungsabläufe.

 

Bianka Orschitt (Schreiber)

 

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