
06.03.2009
Gebietsmeisterschaft Nord S-Latein
ein Bericht von Uta & Roberto Albanese
Gemeinsame Landesmeisterschaften der Nordverbände S-Latein 06.03.2010
Ausgerichtet vom
TTC Gold und Silber Bremen in Bad Fallingbostel
Am 06.03.2010 traten 11 Paare an, um sich den Titel des inoffiziellen Norddeutschen Meisters zu ertanzen. Der Leistungsunterschied zwischen den Finalisten und Vor- und Zwischenrundenpaaren war relativ groß und klar erkennbar.
Alle Paare, die es nicht geschafft hatten ins Finale zu kommen, haben große Probleme im rhythmischen und konditionellen Bereich, sowie mit ihren Balancelinien. Auffallend waren vor allem die extremen Balanceprobleme der Damen, welche zum Großteil auch auf die sicherlich nicht optimale Führung der Herren zurückzuführen sind. Meiner Meinung nach, sollten sich alle S-Klassen-Paare nach diesem Event kritisch hinterfragen und sich überlegen, ob sie sich wirklich optimal vorbereitet hatten. Solch eine Meisterschaft ist auch eine Visitenkarte für die in zwei Wochen stattfindende Deutsche Meisterschaft. Dies schien mir bei einigen nicht bewusst zu sein.
Positiv bleibt zu erwähnen, dass auch bei den Paaren die nicht das Finale erreicht hatten, sehr viel Potenzial zu erkennen war. Dies wurde zu meinem Bestürzen auf der Fläche aber leider nicht deutlich genug.
6. Platz . Thomas Jauerneck und Melanie Heider, Tanzsportabteilung im SC Neubrandenburg
Die beiden konnten mit ihrem Finaleinzug sehr zufrieden sein, denn auch diese Partnerschaft besteht erst seit rund einem Jahr. Melanie hat sich enorm entwickelt und passt optisch sehr gut zu Thomas. Wenn es noch weiter voran gehen soll, muss Melanie noch sehr stark an ihrer Balance arbeiten, da ist Thomas schon deutlich weiter. In allen Tänzen muss die individuelle Bewegung dem Tanz zugehörig stärker werden. Trotz berechtigter Finalteilnahme, war am gestrigen Abend jedoch nicht mehr als der sechste Platz drin.
5. Jonathan Rodriguez-Perez und Nina-Chinju Uszkureit, TSA im VfL Pinneberg
Ich glaube dass die beiden sich mehr erhofft hatten. Die stärksten Tänze sind für mich Chacha und Rumba. Nina ist ein sehr spezielles Mädchen mit einer starken Persönlichkeit und einer enorm hohen tänzerischen Qualität, die für mich aber nicht immer sichtbar ist. Hier gilt es, sich zu hinterfragen woran das liegen mag. Jonathan verkörpert die Rolle eines Mannes sehr gut auf der Fläche, dennoch ist er mir nicht speziell genug. Insgesamt würde ich mir wünschen, dass sein Tanzen detaillierter in den einzelnen Bewegungsabläufen wird. Somit würden auch die einzelnen Tänze charakteristischer werden. Die tänzerische Qualität ist aber bei Beiden vorhanden. Die Bein- und Fußarbeit empfinde ich als sehr gut. Insgesamt muss im Paar eine höhere Begeisterung für das, was sie miteinander ausdrücken wollen, zum Vorschein kommen, damit das gute Tanzen, was definitiv vorhanden ist, noch sichtbarer wird.
4. Christian Bäkefeld und Franziska Becker, Grün Gold Club Bremen
Die Sensation des Abends ist für mich dieses Paar. Weder die Trainer, noch die beiden Tänzer selbst haben mit solch einem guten Ergebnis gerechnet. Ihr dritter gemeinsamer Auftritt in der S-Klasse und dann gleich der vierte Platz mit mehreren Dreien in der Wertung. Franziska und Christian haben einen sehr energetischen Tanzstil durch den sie sich von Runde zu Runde deutlich steigern konnten. Jive ist sicherlich der beste Tanz, Paso Doble bedarf einer besseren Übersicht und Flächenaufteilung. Insgesamt muss aber auch bei diesem Paar die individuelle Bewegung und die Durchlässigkeit im Körper noch sehr viel besser werden. So entsteht zu der hohen Grundgeschwindigkeit auch noch eine höhere Elastizität. Insgesamt dürfen die Beiden sich zu recht über dieses Ergebnis freuen und diese Euphorie mit auf die Deutsche Meisterschaft nehmen.
3. Domenik Herrmann und Anna Walz, TTC Gold und Silber Bremen
Dieses Paar hatte leider nicht seinen besten Tag. Das Turnier fing für mich in der Vorrunde sehr gut an, doch ab der Zwischenrunde traten zu viele Balanceprobleme auf und die Paarwirkung schwächte von Tanz zu Tanz ab. Die Beiden können deutlich mehr und ich bin mir sicher, dass sie die Zeit bis zur Deutschen Meisterschaft intensiv nutzen werden und mit ihrem Trainer so arbeiten, dass das hohe Selbstbewusstsein, das Dominik besitzt, positiv sichtbar wird. Annas Bewegungsabläufe sind viel definierter geworden. Dass es nicht zu mehr gereicht hat, liegt sicherlich daran, dass die Beiden ein viel besseres Ergebnis erwartet hatten und irgendwann der Kampf um das Ergebnis wichtiger war, als das Vertrauen in die eigenen Stärken. Eine verdeckte Wertung wäre diesem Paar vielleicht entgegen gekommen.
2. Sergiy Plyuta und Debbie Seefeld, Club Saltatio Hamburg
Das Paar Plyuta/Seefeld zeigte durch alle fünf Tänze eine sehr hohe Musikalität. Die Bewegungsabläufe waren im Paar sehr durchlässig. Debbie war für mich ein echter Hingucker. Sergey schafft es immer wieder seine Dame sehr gut in Szene zu setzen. Verbesserungswürdig halte ich seine Körperhaltung, denn dadurch wird die Balance im Paar, gerade in den akrobatischen Elementen, noch optimaler. Positiv bleibt die gute Konstanz in den Programmen zu erwähnen. Dies änderte sich in den einzelnen Tänzen auch über 2 Minuten hinweg nicht. Beide haben insgesamt ein sehr gutes Turnier getanzt und sich im Finale durch gute Wertungen von Tanz zu Tanz gesteigert.
1. Gennady Bondarenko und Elena Zverevshikova, TC Odeon Hannover
Berechtigter Gewinner des Abends. Es gab kein Paar was annähernd so viel Persönlichkeit gezeigt hat wie Guennadi und Elena. Elena schafft es immer wieder die Blicke auf sich zu ziehen und mit einem hohen femininen Gefühl ihre Rolle als Frau zu verkörpern. Ich kann mich nicht daran erinnern dieses Paar auch nur einmal wackelig in irgendwelchen Positionen gesehen zu haben. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann könnte Guennadi auf den einen oder anderen Gimmick verzichten und statt-dessen seiner Partnerin noch mehr Aufmerksamkeit widmen. Damit sie nicht nur wieder das Finale auf der Deutschen Meisterschaft erreichen, sondern von ihrem letzten sechsten Platz weiter nach vorne kommen, könnte das Partnering noch stärker in den Vordergrund rücken.
Fazit: Ich wünsche allen Paaren auf der Deutschen Meisterschaft ihren gewünschten Erfolg und erfolgreiche Trainingswochen bis dahin. Mein Appell an die Männer: Eure Damen zeigen eine sehr hohe Qualität in allen Bereichen. Durch zu viel Athletik und Power ist das leider oft nicht mehr sichtbar. Manchmal ist weniger auch mehr.
Gruß Uta und Roberto
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