20.02.2010
Landesmeisterschaft Hauptgruppe S-Latein TNW;
Bad Lippspringe
ein Bericht von Michael Frank
Diplomtrainer & Tanzsporttrainer A
Finale
1. Anton Skuratov – Alena Uehlin
Verdiente neue Landesmeister. Ein Paar mit ausgeprägter Flächenpräsenz, das bereits in der Vorrunde keinen Zweifel daran ließ, es dem amtierenden Landesmeister erheblich schwerer zur machen, als im vergangenen Jahr, wo es sich mit einem gewonnen Jive – aber ansonsten Platz 2. – zufrieden geben musste. Sie wussten, dass Sie gegen die neue Paarzusammenstellung auch vor deren heimischem Publikum die Chance haben, den Titel zu erlangen. Hoch motiviert und austrainiert zeigten sie von Anfang an eine der besten Darbietungen, die ich bisher von Ihnen gesehen habe.
Besonders beeindruckend für mich der Paso Doble und nach wie vor der Jive.
Gratulation an den TC Seidenstadt Krefeld zu diesem Meisterpaar.
2 Valentin Lusin – Renata Busheeva
Deutliche technische Verbesserung gegenüber dem Vorjahr; obwohl für mich in der Vorrunde noch nicht überzeugend genug, um sie als Anwärter auf den Vizelandesmeistertitel zu betrachten. Das änderte sich, als sie im Finale ab dem ChaChaCha den zweiten Platz belegen konnten und im weiteren Verlauf zu Recht diese Platzierung sicherten. Nicht zuletzt aufgrund der erheblich einbrechenden Leistung von Erich und Oana, was aber Valentins und Renatas durchweg saubere und rhythmisch präzise, vor Allem aber über alle Tänze konstante Darstellung nicht schmälern soll. Wie beim Meisterpaar auch hier große Anerkennung für die Tatsache, dass Sie als Allrounder eine solch fantastische Arbeit in beiden Disziplinen abliefern.
3. Erich Klann – Oana Andreea Nechiti
Die neue Paarzusammenstellung konnte die offensichtlich bestehende Erwartungshaltung des Vorjahresmeisters nicht erfüllen. Souveränes aber nicht annähernd so spritziges Lateintanzen, wie im letzen Jahr; das dadurch nicht geeignet war, den hochmotivierten Angreifern Paroli bieten zu können. Nach der sichtbaren Enttäuschung über die Sambawertung, ging der Verlust sogar des zweiten Platzes für mich eindeutig auf nicht ausreichende mentale Vorbereitung auf dieses Turnier. Nach wie vor viel Talent und Potenzial speziell bei Erich, aber die nächsten Ranglistenturnier werden zeigen, wie schnell die beiden zusammenwachsen um an seine vergangenen Ergebnisse anknüpfen zu können. Insgesamt ein verdienter Dritter.
4. Paul Lorenz – Ekaterina Leonova
Das Paar konnte sich um zwei Plätze gegenüber dem Vorjahr steigern. Groß gewachsen und unübersehbare Erscheinung. Nichtsdestotrotz für mich etwas zu überzogen im Auftreten. Als Performer und Showtänzer sicherlich eine Bereicherung für alle Veranstaltungen, fehlt mir im Vergleich zu den Paaren auf den Medaillenrängen, der filigrane Umgang mit den Choreografien. Ich würde mir mehr Detailarbeit wünschen um die zweifellos vorhandenen positven Ansätze zu unterstreichen. Beste Tänze im Finale für mich Rumba und Paso Doble.
5. Maxim Sosunov – Viktoria Ivleva
Überzeugende und souveräne Landesmeister der Jugend A-Latein Meisterschaft und damit sicherlich auch eine Bereicherung für das S-Latein Finale. Jedoch ging Ihr – bei Einzelbetrachtung – elegantes und für die A-Klasse sicheres Auftreten hier leider etwas unter und man musste sie ein wenig suchen. Sie wirkten besonders in den ersten beiden Tänzen zu verhalten. Etwas mehr Wettkampf und agressiveres Tanzen hätte für mich zu einem Zweikampf um den vierten Platz führen können. Das aber wird sich bei mehr Erfahrung auf grösseren Turnieren von allein einstellen. Ich bin auf die nächsten Ergebnisse dieses Paares sehr gespannt.
6. Lars Erik Pastor – Malika Dzumanev
Verdienter 6. Platz in diesem Finale. Leider für mich keine wirkliche Leistungssteigerung gegenüber dem Vorjahr, wo sie noch den 5. Platz belegen konnten. Sehr weiträumiges Tanzen, welches manchmal genau dadurch die notwenige rhythmische Finesse vermissen lies. Konditionell stabil, aber tänzerisch speziell in Samba und Cha Cha Cha für mich etwas zu „überpowert“ und daher verrissen. Möglicherweise wird ihr Tanzen in sehr grossen Feldern mit vielen Paaren auf der Fläche besser wirken. Die nächsten Ranglisten werden es zeigen.
Insgesamt ein qualitativ sehr ansprechendes Turnier, wenngleich natürlich die nach wie vor sehr geringe Teilnehmerzahl – insbesondere in Anbetracht der zusätzlichen Doppelstarter aus der A-Latein – in der Hauptgruppe S-Latein der letzten Jahre den Verband nicht befriedigen kann.
Es ist zu hoffen, dass sich in der Zukunft nicht so viele Paare vorschnell in die Hauptklasse II zurückziehen und aufgrund des Altersunterschiedes den Vergleich mit der Hauptklasse I meiden.
Michael Frank
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