
06.11.2010
Deutsche Meisterschaft S-Standard, Braunschweig
ein Bericht von Henner Thurau
Verbandstrainer DTV
Tanzsporttrainer A
Deutsche Meisterschaft S-Standard
1. Benedetto Ferrugia / Claudia Köhler
Die amtierenden Weltmeister zeigten von ihrer ersten Runde an, dass sie sich weiter entwickelt haben und eine Titelverteidigung außer Frage steht. Sie präsentierten sich souverän und demonstrierten ihr sportliches Tanzen mit großer Dynamik und hoher Geschwindigkeit. Ihre Paargeschlossenheit ist bewundernswert. Claudia tanzt wie ein Teil von Benedetto. Ihr Haltungsproblem erscheint verbessert. Trotzdem sollte an der Rückenlinie weiter gearbeitet werden.
2. Simone Segatori/Annette Sudol
Wir alle schätzen an diesem Paar die gute Musikalität und ihre besondere Interpretation der einzelnen Tänze. Ihre gute Außenwirkung und positive Ausstrahlung lässt sie zum Sympathieträger werden. Dies allein scheint aber nicht ausreichend zu sein, um die Nr. 1 auf der Welt zu gefährden. Im Sinne eines Wettkampfes wäre es wünschenswert, mehr Angriffslust verbunden mit ihren bekannten Stärken zu präsentieren.
3. Anton Skuratov/Alena Uehlin
Anton und Alena haben sich erneut weiter entwickelt. Die Wertungsrichter belohnten sie mit einem überraschenden dritten Platz, der aber aufgrund ihrer Leistung und dem ausgesprochen guten ‚Look‘ durchaus zu vertreten war. Sie stehen am Anfang einer internationalen Karriere, für die sie ihre Stärken der Vergangenheit, nämlich jugendliche Freude gepaart mit Spaß, zusätzlich zu den neu erworbenen Qualitäten ausschöpfen sollten.
4. Valentin Lusin/Renata Busheeva
Das junge attraktive Paar hatte leider nicht seinen besten Tag. Sie kämpften sich aber aufgrund ihrer Routine durch das Turnier und konnten im Finale ihre beste Runde zeigen. Vielleicht war die Anspannung zu groß, den angepeilten Treppchenplatz zu erreichen, so dass sie nicht zu ihrer gewohnten Leistung kamen. Da man ihr Vermögen kennt, können wir in Zukunft trotzdem mit wieder besseren Ergebnissen rechnen.
5. Steffen Zoglauer/Sandra Koperski
Ihr Finalplatz war hoch verdient und nicht überraschend. Sie tanzten ein hervorragendes Turnier und hätten nach Meinung vieler Experten durchaus auch weiter vorne liegen können. Sie sorgten dafür, dass die Spannung des gesamten Turnieres auf den Plätzen 3, 4 und 5 lagen. Ihr Italien-Aufenthalt hat ihren Tanzstil positiv verändert. Sie zeigen interessante Choreographien mit einer guten Mischung aus Basic und dynamischen Highlights. Ihr Tanzen ist sehr differenziert und entspricht, wie auch die letzten guten Ergebnisse zeigen, dem internationalen Anspruch.
6. Paul Lorenz/Ekaterina Leonova
Aufgrund der letzten guten Turnierergebnisse und dem selbstbewussten Auftreten war eine Finalteilnahme keine Überraschung. Sie haben sich in allen Belangen sehr verbessert und geben damit weniger Anlaß zur Polarisierung wie in der Vergangenheit. Die Beiden sind ausgesprochen gute Wettkämpfer und verfügen über die nowendige Aggressivität, sich immer gut in Szene zu setzen. Bei weiterer technischer Verbesserung stehen dem Paar alle Türen offen.
Henner Thurau
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