
09.04.2011
Deutsche Meisterschaft Professionals Latein
ein Bericht von Heiko Kleibrink
Deutscher Meister Professional Standard
Deutscher Meister Professional Kür Standard
Finalist WM Professional Standard
Deutsche Professional Meisterschaft Latein
Stellt euch vor es ist Krieg und keiner geht hin. Ein Schülerwitz aus meiner Jugend. Ein Witz der mich damals schon sehr nachdenklich stimmte. Können „wir“ überhaupt ernsthaft einen Gedanken daran verschwenden, dass es in unserer Macht steht einen Krieg zu verhindern oder zu beenden?
Ich glaube ja.
Alleine die jüngsten Entwicklungen in Nordafrika zeigen wie sehr der innere Wunsch nach Freiheit und Demokratie Berge versetzen kann. Nicht zu vergessen unsere eigene jüngere Deutsche Geschichte.
Eine Regierung oder ein Verband sollte als höchstes Ziel haben dem Volk oder den Mitgliedern zu dienen. Einzig dieses Ziel gibt den Mitgliedern das Vertrauen und die Sicherheit, dass in ihrem Sinne gehandelt wird und den Funktionären erst die Berechtigung zu handeln.
Wir Trainer, Wertungsrichter und Funktionäre dürfen nie den Fehler begehen die Aktiven als bloßes Werkzeug für eigene Interessen zu missbrauchen. Die Kraft und Energie die in unseren Paaren oder einem Volk verborgen liegen haben zu jeder Zeit die Macht jedes Präsidium der Welt zu stürzen. „Wir sind das Volk“, ein Ausruf der unser Land maßgeblich verändert hat. Ein Ausruf der vielleicht auch unsere Tanzwelt irgendwann maßgeblich verändern wird.
Die letzte Ausfahrt vor Chemnitz heißt Limbach-Oberfrohna. Ein kleines Städtchen das am 9.April 2011 die Ehre hatte die deutsche Elite des Lateintanzens zu empfangen. In der vollständig sanierten wunderschönen
Stadthalle Limbach-Oberfrohna wurden die Besucher der Deutschen Meisterschaft der Professionals in den lateinamerikanischen Tänzen mit Tanzkunst auf allerhöchstem Niveau verwöhnt. Das Publikum bedankte sich bei den Tänzern und dem routinierten
Ausrichter Jürgen Schimmel mit wahren Beifallsstürmen. Diese Symbiose aus Veranstaltungsort mit besonderem Ambiente, begeisterungsfähigem dankbarem Publikum und Ausrichter, die das Wohl der Tänzer immer im Auge haben, machen die Profiturniere immer zu einem einmaligen unvergesslichen Ereignis.
1. Franco Formica / Oxana Lebedew,
die deutschen Weltstars sind schon lange einzigartig in ihrem Tanzstil. Erfrischend anders als alle Anderen vertanzten sie die Musik mit jeder Zelle ihrer Körper und lösten damit jedes Mal Begeisterungsstürme bei den Zuschauern aus. Wie hypnotisiert konnte man die Blicke von diesem Ausnahmepaar nicht mehr abwenden sobald sie die Fläche betraten. Schlimm für die Wertungsrichter, die es mussten, aber ein Geschenk für das Publikum die uneingeschränkt genießen durften.
2. Markus Homm / Ksenia Kasper,
unsere WM-Finalisten verteidigten souverän ihre Silbermedaille konnten den Abstand auf die Sieger in diesem Jahr aber noch nicht verringern. Perfekt eingespielt tanzten sie auf höchstem technischen Niveau. Immer mehr erinnert Markus mit seiner Ausdrucksweise an das deutsche Ausnahmetalent Hans Galke.
3. Jesper Birkehoj / Anastasiya Kravchenko,
die amtierenden Kür-Europameister zeigten sich perfekt austrainiert bis in die Haarspitzen. Und die hatten es an diesem Tag speziell bei Anna in sich. Gestylt wie eine wahre Hollywood-Diva betrat Anna mit Jesper das Parkett und fesselte sogleich die Blicke der Zuschauer. Ihre Meisterkür wurde nicht vorgetragen, sondern gelebt. Ein Sieg in dieser Disziplin hätte mich an diesem Abend nicht verwundert.
4. Stefan Erdmann / Sarah Latton,
konnten sich deutlich in allen Tänzen gegen die zwei Newcomer-Paare im Finale durchsetzen. Jedoch bleibt ihnen trotz sichtbarer Verbesserung zur Zeit der Sprung auf das Treppchen, aufgrund der enormen Leistungsstärke des Spitzentrios, verwehrt.
5. Valera Musuc / Nina Trautz,
erzielten einen fantastischen Einstand bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft. Was wirklich in ihnen steckt verrieten sie dem Publikum aber erst in ihrer Kür. Die dort von ihnen gezeigte Leidenschaft und Ausdrucksstärke gab einen tiefen Einblick in ihr vorhandenes Potenzial.
6. Jurij und Aleksandra Kaiser,
boten sich schon zu Beginn des Turniers für das Finale an. Ihre klare rhythmische Interpretation der Tänze verhalf ihnen auch in ihrer Kür zu einer sehr charakteristischen Darstellung.
1. Franco Formica / Oxana Lebedew (Baden-Baden)
2. Markus Homm / Ksenia Kasper (Nürnberg)
3.Jesper Birkehoj / Anastasiya Kravchenko (Karlsruhe)
4. Stefan Erdmann / Sarah Latton (Köln)
5. Valera Musuc / Nina Trautz (Augsburg)
6. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg)
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