29.10.2011

EM Kür Latein der Professionals in Leipzig


 

ein Bericht von Heiko Kleibrink

 

Deutscher Meister Professional Standard

Deutscher Meister Professional Kür Standard

Finalist WM Professional Standard

 

 

 


Die Nacht der Tränen

 

Der ergreifendste Moment im Leben eines jeden Tänzers ist der Moment des Abschieds. Im besten Fall bekommt man die Zeit die man benötigt um sich geistig und seelisch auf diesen endgültigen Schritt vorzubereiten. Oliver Thalheim und Tina Spiesbach haben sich diese Zeit genommen und sich mit einer wundervollen herzergreifenden Show im Rahmen der Europameisterschaft Kür Latein von ihrem Leipziger Publikum verabschiedet. Bei den minutenlang anhaltenden stehenden Ovationen für Oliver und Tina konnten viele Menschen ihre Tränen nicht zurückhalten. Dies war ein ganz besonderer Moment, der sich in viele Herzen eingebrannt hat.

Rudi Trautz wünschte Oliver und Tina, stellvertretend für alle Profis des DPV, eine erfolgreiche Zukunft und überreichte ihnen für ihre Verdienste um den Tanzsport die Ehrennadel in Silber des Deutschen Professional Tanzsportverband.

 

 

Die Leipziger Ausrichtergemeinschaft, die Olympia Sport GmbH und die ADTV-Tanzschule Oliver Thalheim und Tina Spiesbach, zauberten in die Glashalle ein Event der Spitzenklasse. Der Fernsehstar undefinedJoachim Llambi , der eigens als Turnierleiter eingeflogen wurde, brachte den Saal mit 2000 festlich gekleideten Gästen gleich zu Beginn zum Kochen.

 

Quo vadis, Kür? - Wohin gehst du, Kür?

 

Warum überhaupt eine Kür tanzen?

Zum einen gibt es fast keine Weltklasse-Tanzpaare die nicht irgendwann dem Reiz unterlagen sich künstlerisch weiterzuentwickeln, zu experimentieren, neue Wege zu suchen und zu finden. Die Kür war und ist dafür stets ein beliebtes Vehikel.

Genutzt von:

 

Riccardo Cocchi & Yulia Zagoruychenko

Michael Malitowski & Joanna Leunis

Allan Tornsberg & Carmen Vincelij

Hansi Galke & Bianca Schreiber

Ralf Müller & Olga Müller-Omeltchenko

Louis van Amstel & Julie Fryer

Ralf Lepehne & Lydia Weißer

Donnie Burns & Gaynor Fairweather

etc.

 

Alleine dieser kurze Ausschnitt einer langen Liste von unseren Stars sollte jedes Paar motivieren denselben Weg auszuprobieren. Tänzerische Weiterentwicklung garantiert!!!

 

Der Deutsche Professional Tanzsportverband hat es sich auf die Fahne geschrieben die künstlerische Entwicklung der Standard- und Lateintänze zu fördern. Daher gibt es seit Jahren neben dem Basictanz auch die Kür als sechsten Finaltanz bei jeder Deutschen Meisterschaft.

Dies hat in der Vergangenheit schon zu unzähligen Medaillen-Erfolgen Deutscher Paare bei internationalen Kür-Meisterschaften geführt. Neben der individuellen künstlerischen Entwicklung gibt es also noch den Anreiz internationale Titel zu gewinnen.

 

Kür versus Exhibition

 

Neben den Kür-Wettbewerben gibt es aber auch noch die Exhibition-Turniere. In Europa ist das Professional Exhibition in Blackpool das bekannteste Turnier seiner Art. Immer wieder versuchen Latein-Paare den reinen Exhibition-Paaren die Show zu stehlen. Mit eher mäßigem Erfolg. Exhibition-Tänzerinnen kommen meist aus dem Ballett und haben daher eine hervorragende Körperschulung hinter sich. Ihre Lifts und Sprünge rauben einem schier den Atem.

 

Latein-Profis haben Jahrzehntelang ihren Körper hinsichtlich der Lateintechnik geschult und erzeugen dadurch regelmäßig Gänsehaut-Attacken beim Zuschauer.

 

Nehmen wir den Vergleich von Sportpferden.

So gibt es Pferde für die Dressur, Springpferde und Rennpferde.

Dass Dressurpferde über ein hohes Maß an Bewegungstechnik verfügen steht außer Frage, dass Springpferde am höchsten springen und Rennpferde am schnellsten galoppieren können auch.

Was aber, wenn Springpferde beschließen Dressur zu reiten?

Wer möchte es den Pferden verwehren nicht auch ein Mal etwas anderes auszuprobieren?

Die Platzierung wird letzten Endes durch das Wertungsgericht vollzogen. Je besser ein Wertungsrichter mit der Materie der Dressur vertraut ist, desto klarer zeigen sich ihm die Vor- und Nachteile der jeweiligen Spezial-Disziplin der Pferde.

Mit dem Erfolg oder Misserfolg muss letztendlich jeder alleine klarkommen.

Fühlt man sich unangemessen bewertet darf die Beschwerde nicht an die anderen Pferde gehen sondern stets an die Wertungsrichter.

 

Den Sprung in das EM-Finale erreichten gleich 7 Paare aufgrund einer Platzgleichheit. Beide Deutschen Paare konnten diese Hürde nehmen. Zum einen die sehr erfahrenen mehrfachen Deutschen Kürmeister Stefan Erdmann und Sarah Latton, die im Vorjahr den 7. Platz im Finale erreichten und zum anderen Valera Musuc und Nina Trautz, die zum ersten Mal an einer Kür-EM teilnehmen durften.

 

Stefan und Sarah zeigten erstmals ihre neue Kür nach dem Kinoerfolg „Burlesque“. Ihre hervorragend geschnittene Kürmusik steigerte sich bis zum Ende in ein atemberaubendes Tempo und verlangte den beiden körperlich alles ab. Mit einer sehr gemischten Wertung von Platz 2-7 konnten sie sich gegenüber 2010 um zwei Plätze verbessern und belegten den 5. Platz. In dieser Kür steckt noch eine Menge Potenzial und überdenkt man noch ein Mal das Outfit des Herrn ist ein Einzug in das WM-Finale im Dezember in greifbarer Nähe.

 

Valera Musuc und Nina Trautz machten bei ihrem Debüt alles richtig. Mit vollem Risiko lebten sie ihre gefühlvolle Kür nach einem Titel von Michael Buble voll aus. Ihr Unbekümmertheit überzeugte auch das Wertungsgericht und so zogen sie mit zwei weiteren Paaren mit der höchsten Kreuzchenzahl in das Finale ein. Ganz knapp mussten sie die Wahlschweizer Sven Ninnemann und Nina Chin-Ju Uszkureit im Finale an sich vorbeiziehen lassen und belegten den 7. Platz. Sven und Nina überraschten bereits mit ihrer sehr gewagten Tango-Kür in der Vorrunde. Zwar ist der Tango ein Südamerikanischer Tanz, zählt aber eigentlich nicht zu den 5 Lateintänzen. Da in den WDC Turnier-Regularien aber immer von den „regular Latin-American competition dances“ die Rede ist, welche mindestens 75% der Kür ausmachen müssten, kommt man hier schon ins schleudern. Trotz dieser Bedenken war ihre Kür sehr einfühlsam vorgetragen worden und ging unter die Haut. Leider war ihre beste Runde ihre Sichtungsrunde am Vormittag ganz ohne Zuschauer. Mit dem Publikum ging leider auch die Notwendige Intimität verloren.

 

 

 

Finale:

 

1. Alessandro Camerotto / Nancy Berti, Italien

2. Justas Kucinskas / Jekatarina Romankova, Litauen

3. Oleksandr Skarlato / Yulia Lesokhina, Ukraine

4. Arsen Agamalyan / Oxana Vasilieva, Russland

5. Stefan Erdmann / Sarah Latton, Deutschland

6. Sven Ninnemann / Nina Chin-Ju Uszkureit, Schweiz

Valera Musuc / Nina Trautz, Deutschland

 

 

 

 

euer  Heiko 

 

 


 

undefinedAnzeige im Ergebnisdienst

 

 

 

undefinedzurück zu den Turnierberichten 2011

 

Neu: Flatrate

Alle Videos aus allen Bereichen, schaut so oft und so lange ihr wollt

Gratisvideos

Jede Menge Videomaterial zum Einstieg findest du hier:
zu den freien Filmen

Ergebnisdienst Turniere

Stellt die Ergebnisse eurer Turniere online